Erster Abschnitt.
Ware und Geld.
Erstes Kapitel
Die Ware.
1. Die zwei Faktoren der Ware: Gebrauchswert und Wert
; (Wertsubstanz und Wertgröße). : .
Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische
Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Waren-
sammlung‘, die einzelne Ware als seine Elementarform [seine Aus-
gangsform]. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse
[der Zergliederung] der Ware.
Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das
durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art
befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie zum Beispiel dem
Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache.? Es
handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche
Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, das heißt
als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produk-
tionsmittel.
Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppel-
tem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität [Beschaffenheit] und
nach Quantität [Menge]. Jedes solches Ding ist ein Ganzes vieler
Eigenschaften und daher nach verschiedenen Seiten nutzbar. Diese
verschiedenen Seiten und daher die mannigfachen Gebrauchsweisen
der Dinge zu entdecken, ist geschichtliche Tat® So die Er-
findung gesellschaftlicher Maße für die Quantität der nützlichen
1 Karl Marz: „Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Berlin 1859“, 8.3.
[Ausgabe Stuttgart 1897, S. 1.]
_ ? „Das Verlangen setzt das Bedürfnis voraus; es ist der Appetit des
Geistes, diesem ebenso nützlich, wie der Hunger dem Körper. ... Die
meisten Dinge erhalten ihren Wert dadurch, daß sie die Bedürfnisse des
Geistes befriedigen.“ (Nicolas Barbon: „A Discourse on coining the new
2 yehlor in answer to Mr. Lockes Considerations ete, London 1696“,
p. 2, 8.
®* „Die Dinge haben eine innere Vortrefflichkeit (vertue, dies bei
Barbon die spezifische Bezeichnung für Gebrauchswert), die überall die-
selbe ist, ebenso wie die des Magnets, Eisen anzuziehen.“ (N. Barbon: „A
Discourse on coining the new money lighter“, p. 16.) Die Eigenschaft des
Magnets, Eisen anzuziehen, wurde erst nützlich, sobald man vermittels der-
selben die magnetische Polarität entdeckt hatte.