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Zweiter Abschnitt
gleichen Wert gebe, so oft jedes der ausgetauschten Dinge an Werl
demselben Quantum Geld gleich war. ... Aber eine andere Be
trachtung muß noch in die Rechnung eingehen; es fragt sich, ob wi"
beide einen Ueberfluß gegen etwas Notwendiges austauschen.“
Man sieht, wie Condillae nicht nur Gebrauchswert und Tauschwer
durcheinander wirft, sondern wahrhaft kindlich einer Gesellschaf
mit entwickelter Warenproduktion einen Zustand unterschieb!
worin der Produzent seine Subsistenzmittel selbst produziert un“
nur den Ueberschuß über den eigenen Bedarf, den Ueberfluß,
die Zirkulation wirft.?* Dennoch wird Condillacs Argument häufig
bei modernen Oekonomen wiederholt, namentlich wenn es gilt, dit
entwickelte Gestalt des Warenaustausches, den Handel, als pr“
duktiv von Mehrwert darzustellen. „Der Handel“, heißt es zum
Beispiel, „fügt den Produkten Wert zu, denn dieselben Produkt
haben mehr Wert in den Händen des Konsumenten als in den Här
den des Produzenten und er muß daher wörtlich (strietly) als Pr
duktionsakt betrachtet werden.“?* Aber man zahlt die Waren nich
doppelt, das eine Mal ihren Gebrauchswert und das andere M#
ihren Wert. Und wenn der Gebrauchswert der Ware dem Käufe
nützlicher als dem Verkäufer, ist ihre Geldform dem Verkäufer nül?
licher als dem Käufer. Würde er sie sonst verkaufen? Und %
könnte ebensowohl gesagt werden, daß der Käufer wörtlich (strictly)
einen „Produktionsakt“ vollbringt, indem er zum Beispiel d®
Strümpfe des Kaufmannes in Geld verwandelt.
Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauscl
wert, also Aequivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mel!
Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es finde!
dann keine Bildung von Mehrwert statt. In seiner reinen For
aber bedingt der Zirkulationsprozeß der Waren Austausch v®
Aequivalenten. Jedoch gehen die Dinge in der Wirklichkeit nich
rein zu. Unterstellen wir daher Austausch von Nichtäquivalente?
Jedenfalls steht auf dem Warenmarkt nur Warenbesitzer de?
Warenbesitzer gegenüber, und die Macht, die diese Personen über‘
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21 Condillac: „Le Commerce et le Gouvernement“ (1776). Ed. Dai®
et Molinari in den „Meölanges d’Economie Politique. Paris 1847“, p. 267.
22 Le Trosne antwortet daher seinem Freunde Condillac sehr richtif‘
„Die bestehende Gesellschaft kennt überhaupt nichts UVeberflüssiges,“
gleich neckt er ihn mit der Glosse, daß „wenn beide Austauscher gleich vie
mehr für gleich viel weniger erhalten, sie beide gleich viel erhalten“. wel
Condillac noch nicht die geringste Ahnung von der Natur des Tauschwert®
besitzt, ist er der passende Gewährsmann des Herrn Prof, Wilhelm Rosch®
für seine eigenen Kinderbegriffe. Siehe dessen: „Die Grundlagen def
Nationalökonomie, 3. Auflage 1858.“ — [So zitiert er zum Beispiel mit wohl
gefallen dort im $ 107 folgenden Weisheitsspruch Condillacs: „Ein DI 4
hat nicht Wert, weil es etwas kostet, sondern es kostet (Arbeit nder Geld)
weil es Wert hat.“ K.]
28 8. P. Newman: „Elements of Political Economy. Andover and Net
York 1835“. 9. 175.
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