Der kleine Bankier.
Wenn schon die kleinen Banken unter der scharfen
Konkurrenz der zu immer riesenhafteren Dimensionen sich
entwickelnden Großbanken schwer zu leiden haben, so
ist diese Konkurrenz gerade erdrückend geworden für die
Privat-Bankgeschäste. Ich schilderte in einem der vorigen
Kapitel bereits, wie die großen Banken bestrebt waren,
sich nicht nur untereinander zu verschmelzen, sondern auch
die Bankgeschäfte von einigem Ansehen in sich aufzu
nehmen. So sehen wir denn auch heute, daß nur noch
ganz wenige Bankgeschäfte, die mit großem Kapital ar
beiten, in individuellem Besitz sich befinden. Die Mehr
zahl der Privatbankbetriebe gehört in die dritte oder
vierte Kategorie, ihrer Kapitalkrast und ihrem geschäft
lichen Ansehen nach gemessen. Die Gründe, die das
Bankgeschäft immer mehr in die Aktieninstitute trieb,
kann man in zwei Gruppen teilen. Der am stärksten
wirkende Faktor ist natürlich die dem kapitalistischem
Wirtschaftssystem innewohnende Tendenz zum Großbe
triebe. Wie überall drückt sich auch im Bankgewerbe
diese Tendenz am stärksten in einer Vermehrung der Aktien
unternehmungen aus. Während ein mit durchschnittlichem
Kapital ausgestattetes kaufmännisches oder gewerbliches
Unternehmen auch im günstigsten Fall mindestens ein
Menschenalter gebraucht, uni ins kapitalistische Vorder