Full text: Lexikon der Handelsgeographie

Damiette — Dänemark (Areal. Bevölkerung, Urproduktion). 109 
D., Bagdad und Aleppo. Von Bagdad 
nach D. gehen jährlich 5—6 Karawanen 
mit je 20Ò-500 Kainellasten zu 3VrCtr.; 
dieselben bringen Tombak aus Ispahan, 
Wolle, wollene Mäntel, Kopftücher, Tep 
piche, wollene Strümpfe, persische Seide, 
Ķdigo re. Von D. nach Bagdad gehen 
lahrlich nur noch 800 Kainellasten zu 
•> /2 Ctr. mit Tüchern, Fes, Woll- und 
Baumwollmaiiufaktcii, Zinn, Petroleum, 
Papier, Droguen re. Von D. über Pal- 
U")ra lind Hille nach Bagdad geht alle 14 
* a 3 e der englische Postkurier ; die Karawa 
nen brauchen 4—6 Wochen. — Die Ver- 
‘‘Uife erfolgen teils gegen bar, teils auf 
W^6 Monate Kredit. Seit 1852 ist D. 
Şrh eines gemischten Gerichtshofs für 
Handelsstreitigkeiten zwischen Europäern 
und türkischen Unterthanen, bestehend 
aus 1 türkischen Präsidenten und 14 Mit 
gltcbevn, zur Hälfte Europäer. — In D. 
dasteht auch eine Regierungsdruckerei; es 
erscheinen dort zwei türkische Zeitungen. 
, Damiette (arab.D a m h â t), Hafenstadt 
ur Unterägypten, am D.-Nilarm, 8 km 
dom Meer; (m?) 32,730 Einw. Deutsches 
Konsulat. Bedeutende Ausfuhr von ge 
salzenen Fischen (nach Syrien), Reis, 
Kaffee, Bohnen, Indigo. 
Dänemark, Königreich in Nordeuropa, 
bestehend aus der Halbinsel Jütland und 
einer Anzahl von Inseln; außerdem ge 
hören dazu als Nebenländer: die Färöer, 
Island, Grönland und die westindischen 
Inseln Ste. Croix, St. Thomas,St.John. 
Das G e samt are al der dänischen Be 
sitzungen ist auf 232,878 qkm (4229 
OM.) mit (1878) 2,099,800 Einw. be 
rechnet; davon kommen auf das eigent 
liche D. 38,302 qkm (695.6 QM.) mit 
1,969,454 Einw. nach der Zählung von 
1880; auf die Nebenländer 194,576 qkm 
(3537 QM.) mit ca. 130,600 Einw. 
Die Bevölkerung von 1870 teilte fick in 
880,807 männliche und 903,934 weibliche 
Personen. !Von Fremden gab es 1870 nur 
ü4,043, davon 31,845 Deutsche, 15,388 
Schweden, 2936 Norweger. Der Konfes 
sion nach gehört überwiegend der größte 
^eil, nämlich 1,769,583 (99,15 Proz.), 
Mr lutherischen Kirche, und nur 1857 
s»rd Katholiken, 4290 Juden, 2120 Mor 
monen u. st. Die Auswanderung ist 
im Verhältnis zur Bevölkerung stets eine 
sehr hohe gewesen; es wanderten aus 
1870: 8525 
1871: 3906 
1872: 6893 
1873: 7200 
1874: 3322 
1875: 2068 
1876: 1581 
1877: 1877 
1878: 2972 
1879: 3118 
Die bei weitem größte Zahl zog nach den 
Vereinigten Staaten. — Nach der Zäh 
lung von 1870 nährten sich von Ackerbau 
44,2, Gewerben 20,9, Taglohn 16, Handel 
5,5, Seeschiffahrt 2,6 Proz. rc. 
Urproduktion. 
Man muß D. wesentlich ein Landwirt 
schaft treibendes Land nennen. Die Inseln 
und der östliche Streifen Jütlands sind 
sehr ertragsfähig; von dem Gesamtareal 
des Königreichs find nicht weniger als 
74,3 Proz. produktive Fläche und zwar 
31.2 Proz. Acker, 38,9 Proz. Wiesen und 
4.2 Proz. Wald. Am beträchtlichsten ist 
die produktive Fläche auf Laaland und 
Falster mit 93,3 Proz., am geringsten auf 
Jütland mit 66,4 Proz. des Areals. — 
Ackerb a u bildet wie die Hauptbeschäf 
tigung so auch die Haupteinnahmequelle. 
^Abgesehen von den Nebenländern (Färöer, 
Island, Grönland) hat D. einen großen 
Reichtum an Cerealien auszuweisen. Die 
durchschnittlicke Ernte wird für die Pe 
riode 1863—68 ans 25,3 Mill, hl berech 
net: 1875 betrug die Ernte 26,4 Mill., 
1876: 22,i Mill, hl, nämlich: 
1875 1876 
Weizen . . . l,os 1,42 
Dioßflcn . . . 5,85 5,04 
Gerste.... 8,oa 6,58 
Hafer .... 10,59 8,88 
Buchweizen . . 0,25 0,17 
Den meisten Weizen liefern dieJnselämter, 
Buchweizen Jütland. Die Färöer produ 
zieren nur etwas Gerste; in Island kommt 
Getreide fast gar nichtzurReife. Die Pro 
duktion des eigentlichen D. ist aber so 
groß, daß jährlich ein bedeutender Über 
schuß zur Ausfuhr bleibt. Dabei impor 
tiert aber D. selbst stark und zwar, um das 
Getreide in vermahlenem Zustand wie 
der auszuführen, das einzige Mittel, um 
sich der drückenden Konkurrenz der Ver 
einigten Staaten einigermaßen zu erweh-
	        
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