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kann der Ansicht Burckhardts!) nur beipflichten, dass nur
unter Anwendung aller verfügbaren Mittel wieder ein richtiges
Verhältnis zwischen In- und Ausländern erzielt werden kann.
Die einzelnen Abwehrmittel hier sämtlich eingehend zu
prüfen, ist nicht die Aufgabe dieser Abhandlung. Wir möchten
aber bemerken, dass man trotz der Grösse der Gefahr in massgebenden
Kreisen immer noch nicht gesonnen scheint, wirklich
zu allen Abwehrmitteln zu greifen. Uns dünkt, dass den
präventiven Mitteln zu wenig Beachtung geschenkt wird.
Man könnte fast glauben, dass die Schweiz gegenüber dem
Andrang der Einwanderer wehrlos sei und ziemlich alles unbesehen
über die Grenze lassen müsse. Dies ist zum Glück
nicht zutreffend. Die Niederlassungsverträge sind revidierbar.
Es würde zwar wahrscheinlich zäher Verhandlungen bedürfen,
ım gewisse Beschränkungen der Einwanderung und der Niederlassung
in die neuen Verträge hineinzubringen. Aber der Einsatz
wäre die Mühsal solcher Verhandlungen schon wert. Wo es
sich um Massregeln für die Sicherheit des Landes handelt,
sollte die Schwierigkeit der diplomatischen Aktion nicht abschrecken.
Wir haben nicht Prohibitivmassregeln gegen die Ausländer
im Auge; solche wären vom volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt
nicht anzuraten. Dagegen betrachten wir als erste
elementare Erfordernisse einer künftigen Neuordnung dieser
Verhältnisse, dass die Möglichkeit geschaffen wird, alle zweifelhaften
Ausländerelemente von unsern Grenzen fernzuhalten
und dass dafür gesorgt wird, dass die ungerechtfertigten und
überflüssigen Vorteile beseitigt werden, die dem niedergelassenen
Ausländer in der Schweiz vielfach gewährt sind. Wir denken
hier besonders an die vielen zu weit gehenden Unterstützungen
und Unentgeltlichkeiten, die Steuerbefreiungen, die als Lockmittel
zu einem guten Teil den Zuzug der unerwünschten
Fremden verschulden.?)
1) Die Einbürgerung der Ausländer, Politisches Jahrbuch 1913, S. 12 ff,
Vgl. auch Sauser-Hall, La nationalisation des étrangers en Suisse. Neuchâtel
1914, S. 180.
?) Vel. Sauser-Hall, S. 185 ff. — F. Keller, Ausländerfrage und Armenpflege,
Schweizer, Zeitschrift für Gemeinnützigkeit 1911, S. 315 ff. — Denk-