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Argentinien.
eine industrielle Zukunft vorhersagen kann, wie sie die Vereinigten
Staaten haben, scheint sehr fraglich. Es ist wohl
möglich, daß der argentinische. Boden reiche unterirdische
Schätze birgt, besonders an. Kohle und Eisen*),. die die
Grundlage jeder Fabrikindustrie bilden, aber der geologische
Bau des Landes ist ein Hindernis. Alle Lager, die man bis
jetzt entdeckt hat, liegen in den Cordilleren, 1500 km vom
Meere entfernt ohne Flußverbindungen und deshalb in sehr
schwierigen Verhältnissen für die Gründung großer industrieller
Mittelpunkte. Soweit man es bis jetzt beurteilen kann,
liegen die Kohlen- und Erzfundstellen in einem mehrere
tausend km langen, schmalen Gebiet, scheinbar ohne Zusammenhang
der Lager und ohne wirkliche Becken bilden
zu können.
. Mit den Wasserkräften?), die etwa einen Ersatz für die
fehlende Kohle bilden. könnten, ist es gleichfalls nicht glänzend
bestellt. In der Gegend von Tucuman und Cordoba
befinden sich wohl einige Fälle, die aber nicht mehr Kraft
liefern, als gerade für die Versorgung der naheliegenden
Städte mit Licht und Kraft, sowie für den Betrieb einiger
Fabriken ausreicht. Sehr bedeutend sind die Fälle von Iguazu
am Oberen Parana, die auf einer Ausdehnung von 3700 m
und 65m Fallhöhe die dreifache Kraft der Niagarafälle entwickeln
sollen. Sie liegen aber unglücklicherweise an der
äußersten Grenze des Landes in einem schwer zugänglichen
Waldgelände, und es wird deshalb noch lange dauern, bis
man aus diesen ungeheueren natürlichen Kraftquellen den
entsprechenden Nutzen wird ziehen können.
Da auch Petroleum nicht vorhanden und die Bereitung
von Alkohol, der zu Kraftzwecken benutzt werden könnte,
mit sehr hohen Steuern belegt ist, fehlen zunächst noch der
Industrie andere Kraftquellen als die vom Ausland bezogene
Kohle. Immerhin aber ist es dem großen Aufschwung der
elektrischen Industrie zu verdanken, daß schon ein großer
Teil der Fabriken von der Kohle unabhängig geworden ist
und mit Elektromotoren arbeitet, die ihre Kraft zu mäßigen
Preisen aus den großen Elektrizitätswerken beziehen. In der
Stadt Buenos Aires gibt es auf 1560 im Gebrauch befindliche
Motoren schon 527 elektrische und 103 Gasmotoren.
Der Charakter der argentinischen Fabrikindustrie ist in
erster Linie der einer Verarbeitung eingeführter Halbfabrikate
und zum kleinsten Teil der Verarbeitung inländischer Roh-1)
Vgl. L’Argentine au XX, siecle.. 3: 237 u. f.
?) Vgl. L’Argentine au XX. siecle.