98 Wirtschaftliches aus dem deutschen Tabakgewerbe
IX. Wirtschaftliche und sozialpolitische Verhältnisse
des deutschen Tabakgewerbes.
Der jährliche Durchschnittsbedarf an Kohtabak beträgt in der
deutschen Tabakindustrie rund J1 Million dz im Werte von rund
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in normalen Jahren rund 250 000 da auf inländischen Tabak.
Bei schlechten deutschen Ernteerträgen, wie z. B. im Jahre 1912
(Ernte 1911), verändert sich das Verhältnis zugunsten der aus—
ländischen Gewächse. Bezüglich der Produktionsmengen ist man
auf Schätzungen angewiesen, da nur für Zigaretten und bande—
rolesteuerpflichtigen Feinschnittabak genaue amtliche Angaben
infolge der steuerlichen Erhebungen vorliegen. Auf Grund einer
im Jahre 1903 vom deutschen Tabakverein veranstalteten Pro—
duktionserhebung hat das Reichsschatzamt im Jahre 1908 in
dem dem Reichstage vorgelegten Entwurfe zu einem Tabakver—
brauchssteuergesetz eine Schätzung der Produktion für das Jahr
1907 veröffentlicht; nach dieser ist die Jahresproduktion zu
schätzen auf rund 262 000 de Pfeifen- (Rauch-) Tabak, 40 000 d⸗
Schnupftabak, 55 000 dz Kautabak und 8 208 000 Mille — 8200
Millionen SZigarren. Die verhältnismäßig geringen Mengen,
welche von dieser Produktion in das Ausland ausgeführt werden,
können hier außer Betracht bleiben. Im Jahre 1907 wurden
ferner versteuert 5774 192 Mille — 5774 Millionen Sigaretten
und rund 4380 de Seinschnittabak; in diesen Mengen ist die
Cinfuhr ausländischer Fabrikate einbegriffen, welche abzüglich
der ausgeführten deutschen Fabrikate auf rund 450 Millionen
Sigaretten anzunehmen ist, so daß im Jahre 1907 die deutsche
Sigarettenindustrie rund 5300 Millionen Zigaretten produzierte.
Der durchschnittliche Rohtabakverbrauch beträgt für 100 kg:
Pfeifentabak 10848, Kautabak (einschließlich Tabaklauge) 115 «g,
Schnupftabak 70 kg, für 1000 Stück: Zigarren 8Kg, Zigaretten
LUkg. hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß beträchtliche
Mengen von Abfällen (Tabakrippen usw.) aus dem einen Sabri—
kationszweige in dem andern verarbeitet werden. Seil den
beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts hat sich
infolge veränderter Lebensgewohnheiten der Verbrauch inner—
halb der verschiedenen Arten von Tabakfabrikaten erheblich