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Wäre dies richtig, so müssen wir zunächst
jedenfalls feststellen: der Weltkrieg von 1914
ist kein Kolonialkrieg mehr. Einmal war Deutschlands
Kolonialbesitz nicht derart, daß er die
Habsucht bis zum Kriege reizen konnte; fein
Amfang übertraf nicht den des belgischen Kongogebiets»
seine Bewohnerzahl nicht die von Niederländisch-Fndien.
Für die heimische Volkswirtschaft
bedeutete er gleichfalls nicht sehr viel;
vom gesamten deutschen Außenhandel entfiel
nur knapp einhalb vom Hundert auf den Handel
mit den eigenen Kolonien, vom Handel der
Kolonien wieder kam nur ein Fünftel auf den
Verkehr mit der Heimat.') Auch für die großen
Kolonialvölker hat aber die wirtschaftliche Bedeutung
des Kolonialbesitzes im 19. Jahrhundert
nachgelassen. Im Seeverkehr und in der Weltwirtschaft
stehen an erster Stelle nicht mehr die
Kolonien, sondern die politisch selbständigen
Staatswesen daheim und Übersee. Von Deutschlands
Einfuhr z. B. stammten 1912 beinahe
*) Der Gesamthandel unserer Kolonien 1012
machte 464 Millionen Mark aus: davon entfielen
201 Millionen Mark allein auf Kiautschau, 31 auf die
Südseekolonien. Auf Deutschlands afrikanischen
Kolonialbesitz entfällt also nur die Lälste unseres
ganzen Kolonialhandels. Dies ist bei einer künftigen
Bewertung zu beachten.