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täglich zwei seiner Gefährten verspeist. Eines Tages trat der nnglückliche Held
an den brutalen Logiswirt heran mit einem Schlauch alten Weins, den er aus
seinem Schiff mitgebracht und bis dahin unter dem reichlich aufgespeicherten
Dünger verborgen gehalten hatte. Er sagte: Heil Dir, Polyphem! Darf ich
Dir einmal von dem göttlichen Getränk geben, das ich hier habe? Es schmeckt
zu Menschenfleisch ganz besonders trefflich. Gib her, antwortete der Angeredete,
als er wie gewöhnlich wieder zwei Griechen auf den Boden geworfen hatte
und sich daranmachte sie zu verzehren. Schnell kredenzte der neu ernannte
Mundschenk sein nicht alkoholfreies Getränk. Odysseus hatte recht gehabt, es
schmeckte, und jeder Bissen wurde nun mit dem herrlichen Saft die weite Gurgel
hinuntergespült. Die Wirkung blieb nicht aus. Es wurde laut in der weiten
Höhle vom behaglichen Grunzen des Schmausenden. Da hielt Odysseus den
Augenblick für gekommen, um sich eine Gnade auszubitten, und fragte schüchtern
den Trunkenen, was er wohl als Gegengabe für diese köstliche Labung erwarten
dürfte. Daß ich Dich zuletzt von Deinen Gefährten auffresse, war unter Hohnlachen
die prompte Antwort. Dies „Zuletztauffressen" ist es, was man das
Gastgeschenk des Polyphem nennt, das beneficium Polyphemi.
Sind die Konsumvereine und Warenhäuser nicht auch fleißig dabei, die
Mittelstandsexistcnzen aufzufressen? Und doch haben sogar viele von ihnen,
namentlich aber die Fleischer und Bäcker, die Konsumvereine erst groß gefüttert,
indem sie so töricht »varen, pränuinerando die hohen Rabatte zu zahlen, so daß
die kapitalarmen Vereine fremdes zinsfreies Geld hatten, um Waren zu kaufen
und einen Betrieb zu etablieren, den sie sonst nie hätten zustande bringen können.
So halfen diese kurzsichtigen Sente erst ihre Mittelstandsgenossen verzehren imb
nun kommen sie selbst dran, nachdem die hinterlistigen Genossenschaften sich
eigene Bäckereien und auch an manchen Orten schon Fleischereien angelegt haben.
Würde man so ettvas nicht auch für sagenhaft halten, wenn man es nicht
in vielen Orten sehen könnte?
Aber nein, es ist »vahrhaftig so. Und alle Geschäfte werden schließlich
verschwinden. Wer zuletzt dran kommt, das »vird sich zeigen, »venn nicht Einhalt
geboten »vird, und dazu muß vor allen Dingen jeder Gelverbctreibende mithelfen.
Nur die Tat hat schließlich Odysseus mit feiner Nestschar befreit. So sollen
auch die deutschen Gewerbetreibenden nicht nur klagen und stumm verztveifelnd
»varten, bis sie vom Ruin erfaßt werden, sondern sie müssen alle Mittel ergreifen,
um aus der Bedrängnis herauszukommen, zunächst und sogleich die schnellen
Waffen der Selbsthilfe, tvelche überall bereit liegen, dann die langsamer in Bcivegung
zu setzenden Waffen der Rechtsprechung und endlich die wuchtigen Waffen
der Gesetzgebung.