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5. Kapitel
3um Schluß bliebe noch der Tausch einer Sache
gegen geistige Arbeit, wie sie in Verbreitung von
Bildung und Erholung liegt, zu beleuchten. Die ethische
Seite der Frage hat uns hier nicht zu beschäftigen,
sondern nur die volkswirtschaftliche, und da erblicken
wir in diesem Tausch die gewaltigste Vermehrung des
Volksvermögens, die wir haben, wenn auch der zahlenmäßige
Nachweis sich erst nach Jahrzehnten führen
läßt.
Die Aufwendungen für Volksbildung, für alle Lehranstalten,
von der letzten Dorfschule bis zum höchsten
wissenschaftlichen Lehrstuhl, sind die produktivsten, die
es überhaupt gibt. Den hierfür in den letzten Dezennien
gebrachten Sachopfern hat Deutschland nicht
zum mindesten den beispiellosen Fortschritt zu verdanken,
den es in materieller Hinsicht aufzuweisen hat.
Aber auch hier ist der volle Gegenwert nur bei vollster
Lehrfreiheit zu erreichen, lvo für die angewandten
Mittel nur staatlich oder parteipolitisch patentierte
Weisheit verabfolgt wird, oder gar auf Volksverdummung
und Beschränkung der freien Forschung hingearbeitet
wird, da sind alle Aufwendungen unproduktiv,
und man wird bald die Folgen am wirtschaftlichen
Niedergang spüren.
Auch hier steht, wie bei den Sachen, der Wert
der Dinge in direktem Verhältnis zu ihrer Bewegung
zum Menschen, nur muß sich in diesem Falle der
Mensch zu den Dingen bewegen. Tine Hochschule, die
niemand besucht, eine Bibliothek, in der niemand liest,
ein Gewerbemuseum, das nicht durchgearbeitet wird,
sind alles vollständig wertlose Dinge; aber in dem
TtTa^e, wie Menschen durch sie hindurchströmen, steigert