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und uns hier intorcssircnde Erfolg- ist vielmehr in denjenigen
Richtungen zu suchen, wo die Frucht der zehnjährigen aus
schliesslich auf die Abfassung jenes Grundwerks gerichteten
Arbeit der Ausgangspunkt für ein selbständiges Nachdenken
und für neue theils irrthümliche, theils zutreifonde Wendungen
der Theorie wurde. Ein Ricardo ist erst über dem Smithschen
Buch zum Nationalökonomen geworden, und diejenigen, welche,
wie Thünen, in der Erweiterung des ökonomischen Wissens
Haltbareres leisteten, haben eingeständlich ihre erste und ent
scheidende Belehrung aus der Schrift des Schotten erworben.
Auch die bedeutendsten, zum Theil gegnerischen Systeme, wie
namentlich dasjenige Careys und in einem geringeren Grade
dasjenige Lists, haben in wesentlichen Richtungen auf einer
positiven Berücksichtigung der Smithschen Gedanken beruht.
Wieweit die Urheber derselben bei der ursprünglichen Bildung
ihrer Ideenkreise durch unmittelbares Lesen des fraglichen
Werks beeinflusst worden sind, und inwieweit sie zunächst
einer Ueberlicferung aus zweiter Hand folgten, braucht hier
nicht erörtert zu werden. Soviel lässt sich aber aus dem
ganzen bisherigen Verlauf der Geschichte erkennen, dass die
Hinschiebungen von Arbeiten zweiter Hand für die Würdigung
des Originalwerks ebensowenig erspriesslich gewesen ist, als
der Hemmschuh, welchen ihm die Commentatoren, nach Art
eines Mac Culloch, mit ihren überweisen Anmerkungen und
Abhandlungen nach einem halben Jahrhundert angelegt haben.
Die Zurichtung, welche der Franzose J. B. Say dem Smith-
fechen Gedankenkreis in dem zuerst 1803 erschienenen „Traité
d’économie politique” angedeihen liess, Fat eine ausseroment-’
licïïe Yerbreitung gefunden, und durch die sogenannte Say-
schule, die sich durch Uebersetzungen und Wiederbearbeitungen
über die Welt hin verzweigte, sind spätere ökonomische Grössen
■vorn höchsten Range zuerst von der Kenntnissnahme der eignen
'Smithschen Schriften eine Zeit lang abgelenkt worden. Hätte
ich hier die Geschichte der ökonomischen Bildung des allge-
üieincu Publicums zu schreiben, so würde die Frage zu beant
worten sein, ob die Terdünnungs- und Yerwässerungsarbeit,
der sich der Französische Schriftsteller unterzog, für die wei
tere Verbreitung eines Theils der Smithschen Gesichtspunkte
Both wendig und mithin in einer gewissen Beziehung auch nütz
lich gewesen sei. Eine solche Ueberlegung würde aber von