fullscreen: Betriebsorganisation und Betriebsabrechnung

schwer vorschätzbare Arbeiten, wie‘ Transporte, Aufräum- 
arbeiten, Verladearbeiten, Reparaturen. 
Der typische Leistungslohn ist der Akkordlohn, in dem 
der Arbeiter die volle Höhe des vorgegebenen Betrages aus- 
gezahlt erhält, auch wenn er in kürzester Zeit mit seinem 
Arbeitspensum fertig ist. Das von Arbeiterseite geprägte 
Schlagwort „Akkordlohn ist Mordlohn‘“, das auf die Gefahr 
dauernder Überanstrengung und frühen Verbrauchtseins 
des Arbeiters anspielt, hört man heute nur noch selten, da 
ernste Gesundheitsschädigungen durch diese Entiohnungsart 
kaum festgestellt worden sind. Viel zu dieser veränderten 
Einstellung mag beigetragen haben, daß die volle Aus- 
wirkung des Akkordlohns nur dann möglich ist, wenn man 
wirklich dem Arbeiter seinen vollen durch Mehrarbeit er- 
zielten Überverdienst läßt, mag er auch noch so hoch 
sein. Vor einer Abkehr von diesem fundamentalen Grund- 
satz kann nicht genug gewarnt werden, sonst sinkt der 
Akkordlohn leicht zu einem ‘verschleierten Stundenlohn 
herab, der sich auf der Höhe des ortsüblichen Tarif- oder 
Durchschnittslohns hält. 
Ein Zwischending zwischen Stück- und Zeitlohn bilden 
die verschiedenen Prämien- und Pensumsysteme, die in 
Amerika vielfach angewandt werden, sich in Europa und 
zumal in Deutschland aber bislang wenig eingebürgert 
haben. Bei ihnen fließt nur ein Teil des durch schnelle 
Arbeit erzielten Gewinns dem Arbeiter zu, der Rest dem 
Unternehmer. Erwähnenswert ist nur das Differential- 
Lohnsystem nach Gantt, das umgekehrt vorgeht. Da der 
Unternehmer am schnellen Arbeiten seiner Leute das größte 
Interesse hat, steigt hier der Stücklohn, in je kürzerer 
Zeit die Arbeit erledigt wird. Denn die betreffende Arbeits- 
maschine wird ja um so eher für neue Aufgaben frei, der 
ganze Betrieb wird besser ausgenützt und kann mehr um- 
setzen, und von diesem Mehrverdienst erhält der Arbeiter 
seinen Anteil. Abb. 6 bis 8 zeigen die Entwicklung des 
Zeit-, Akkord- und Differential-Lohnsystems bei einem 
Arbeitsstück und verschiedenen Arbeitszeiten. 
Die Kunst, das Interesse des Arbeiters an seiner Arbeit 
und an dem Gedeihen des. Betriebes wachzuhalten, ist über-
	        
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