Full text: Die politische Ökonomie des Rentners

Ergebnisse 119 
besitzen: wünscht, auch schon ein Kauflustiger... 
Unzählige Leute, die ein Gut brauchen und zu besitzen wünschen, 
bleiben trotzdem vom Markte freiwillig @) aus, weil bei ihnen 
die Wertschätzung des Preisgutes beidem mutmaßlichen 
Preisstande (Sperrdruck vom Verfasser) die Wertschätzung 
der Ware so weit überwiegt, daß für sie eine ökonomische Mög- 
lichkeit, zum Kaufe zu gelangen, von vornherein ausgeschlossen 
ist°°,“ Also „die Zahl der Begehrungen“ wird als die Zahl der 
Begehrungen schlechthin bestimmt, minus der Zahl der sich 
selbst vom Kaufe Ausschließenden; diese letztere hängt von den 
Marktpreisen ab, die ihrerseits anscheinend wiederum von 
der „Zahl der Begehrungen‘‘ bestimmt werden. 
2.Die‘ Wertschätzung, der Ware durch die 
Käufer. Darüber schreibt Böhm-Bawerk: „Die Höhe des 
Wertes bestimmt sich ... im allgemeinen nach der Größe des 
Grenznutzens®.“ Oben untersuchten wir eingehend die- 
sen Satz, wobei wir fanden, daß die Käufer die Ware keinesfalls 
nach ihrem Grenznutzen schätzen. Das Korrektiv, das Böhm- 
Bawerk mit seiner Substitutions theorie zu machen sucht, 
ist jedoch nichts anderes als ein theoretischer Zirkel. 
3. Der subjektive Wert des Wertgutes für 
die Kauflustigen. Die gesamten Böhmschen Erläuterungen 
darüber konzentrieren sich in folgendem Satz: „Im allgemeinen 
wird also für den Reicheren der subjektive Wert der Geldeinheit 
kleiner, für den Aermeren größer sein®.“ Ihrem Wesen nach 
besteht die Geldtheorie darin, daß der subjektive Wert des Gel- 
des — für die Verkäufer sowohl wie für die Käufer — ihr eige- 
ner subjektiver Tauschwert ist, der wiederum von den sich 
auf dem Markte befindlichen Preisen der Ware bestimmt 
wird. Und so wird auch dieser „Bestimmungsgrund der Preise“ 
durch die Preise selbst erklärt. 
4. Die Zahl, in welcher die Ware feil ist. Die 
Bestimmungsgründe dafür sind: a) rein natürliche Verhältnisse 
(z. B. beschränkte Menge von Grund und Boden); b) soziale und 
rechtliche Verhältnisse (Monopole); c) „in besonders weitem Um- 
fange“ aber die Höhe der Produktionskosten. Für 
diese finden wir jedoch, wie oben bereits auseinandergesetzt, in 
der Böhmschen Theorie keine Erklärung, da sie einerseits durch 
den Grenznutzen des Produkts bestimmt wird, andererseits die-— 
sen selbst bestimmt. 
5) Ib. S. 514 u... 515. 
81 Jh. 8, 515. 
3 Ib. S. 520.
	        
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