lische Textilwareneinfuhr Hamburgs ist zu sagen, daß ein großer
Teil derselben — analog England! — nicht im eigenen Lande
bleibt, sondern für hamburgische Rechnung wieder ins Ausland
geht. Da nun Hamburgs Gesamtausfuhr die bremische übertrifft,
liegt in seiner englischen Mehreinfuhr kein für Bremen gefähr
liches Zeichen versteckt. Trotzdem ist es sehr wohl wünschens
wert und auch sehr wohl möglich, den britischen Handel mehr
nach Bremen zu ziehen. Nach Verbesserung des Schiffahrtsweges
der Oberweser und im Anschluß daran erfolgter Angliederung
eines reicheren, lokal ausgedehnten Hinterlandes haben die Ver
hältnisse endlich eine für Bremen vorteilhafte Änderung erfahren.
Die schließliche Durchführung des großzügigen mittelländischen
Kanalprojektes wird eine weitere Gesundung zur Folge haben.
Am europäischen Verkehr Bremens waren die Staaten der
zweiten Gruppe im Jahre 1908 in der Einfuhr mit genau der
Hälfte, in der Ausfuhr mit etwa 1 / 3 beteiligt.
Haben wir im vorstehenden gesehen, daß Hamburg Bremen
im Verkehr mit der westlichen Hälfte Europas weit übertrifft, so
sahen wir doch auch, daß die Ursachen in dem historischen
Werden der Verhältnisse begründet liegen und daß sie mensch
licher Beeinflussung zugunsten Bremens verhältnismäßig leicht zu
gänglich sind. Wie in einer späteren Tabelle nachgewiesen wird,
hat sich das Anteilsverhältnis in den beiden letzten Jahrzehnten
schon sehr zum Vorteil Bremens verschoben. (Vergl. Tabelle 36).
b) Nord-, Ost- und Mitteleuropa.
Das Gleiche kann man vom nord- und osteuropäischen Ver
kehrsbezirk in diesem Umfange leider nicht sagen. Da kommt
der große Vorteil, den Hamburg seine östlichere Lage gibt und
der selbst durch die fortgeschrittenste Technik nur verringert, aber
nicht aus der Welt geschafft werden kann, in vollstem Maße zur
Geltung, besonders seit der Aushebung des Nord-Ostseekanals.
Hamburg ist der östlichste Hafen der deutschen Nordseeküste, am
tiefsten in der Ausbuchtung der Nordsee gelegen, den die großen,
tiefgehenden Überseedampfer ohne zu leichtern erreichen können.
In ihm endigt die ozeanische Großschiffahrt mit ihren auf inter
nationalen Abmachungen beruhenden Erachtenausgleichungen, und
die Küstenschiffahrt mit ihrer Frachtenstaffelung beginnt. In ihm
geben sich Nord- und Osteuropa mit den transozeanischen Erd
gebieten die Hand.
Freilich, der Handel Bremens mit Rußland und auch mit