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Reichtum an Wasserkräften, der bis heute nur zum
kleinen Teil ausgenutzt ist.
Kein anderer Teil der Schweiz weist so verschieden
artige Klimagebiete auf wie das Tessin; von den eisigen
Höhen des Alpenkammes bis hinunter zummittelmeerischen
Klima am Langen- und Luganesersee sind alle Übergänge
vertreten. Die Südabdachnng sichert dem Lande, besonders
in den tief liegenden Teilen, eine verhältnismäßig hohe
Wärme. Anderseits fängt der Südabfall der Alpen die
starken Föhnregen auf, die hier so energisch an der Tal
bildung arbeiten. Die jährliche Regenhöhe beträgt 150
bis 200 cm, also weit mehr als am Nordfuß der Alpen.
Der Regen fällt meist in kurzen, heftigen Güssen; dann
hellt der Himmel rasch wieder auf. Eine ansehnliche
Niederschlagsmenge bei einer großen Zahl sonniger Tage:
darin besteht der Hauptvorzug des Klimas, der mächtig
zur Entwicklung der Kurorte beigetragen hat. Die Be
wölkung ist ebenso gering wie im mittlern Wallis, der
Nebel fast unbekannt. In den südlichen, tiefen Talland
schaften ist auch der Winter ungewöhnlich mild; der
Schnee schmilzt meist schon nach kurzer Zeit.
Wer von Norden her das Tal des Tessins betritt,
darf nicht erwarteit, gleich südwärts des Gotthards eine
südländische Begetation vorzufinden. Die höhern Tal-
schaften bieten im Schmuck der dunklen Nadelholzwälder
ein nordisches Bild. Erst auf tiefern und Würmern
Stufen stellen sich die Vertreter einer südlichen Pflanzen
welt ein. Die Edelkastanie bildet an den schuttreichen
Talhalden ausgedehnte Wälder; als Fruchtbaum ist sie
für die Volksernährung von größtem Wert geworden.
Mll der Kastanie wechseln in bunter Mischung Reben
und Pfirsichbäume, zu denen sich im südlichen Tessin
auch die Maulbeerbäume gesellen. Der Weinstock klettert
aii Mauern und Bäumen empor oder kriecht über das
Sparrenwerk von Laubengängen hinweg. Im Schallen
der Rebe wird in den Weinbergen Gemüse, wohl auch
Mais gebaut. In den Talsohlen des südlichen Tessins
Klima
Pflanzenwuchs