Full text : Schutz dem Arbeiter!

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befürworten  sehen,  und  daß  deutsche  Lobredner  der  Manchesterschule  für
diese  gar  das  Verdienst  des  Erlasses  der  Fabrikgesetze  in  Anspruch
nehmen!
Seit  dem  Erlaß  des  Zehnstunden-Gesetzes  (1847)  hat  man  manch"
sache  weitere  Beobachtungen  über  das  Verhältniß  von  Arbeitszeit  und
Arbeitsleistung  gemacht.  Nicht  nur  hat  man  auch  hierbei  beobachtet,
daß  die  Arbeiter  der  Nationen  mit  kürzerer  Arbeitszeit  mehr
leisten  als  die  Arbeiter  derjenigen  mit  mehr  Arbeitsstunden,  und  daß
innerhalb  derselben  Nation  Arbeiter  mit  regelmäßig  kürzerm  Arbeitstag
die  regelmäßig  länger  Arbeitenden  übertreffen,  man  hat  auch  eine  Menge
neuer  Beobachtungen  über  Steigerungen  der  Arbeitsleistung  in  Folge
weiterer  Reductionen  des  Arbeitstages  gemacht.  Für  jeden  der  an"
geführten  Fälle  bietet  ein  zuverlässiger  Zeuge,  Bras  sey,  in  seinem  Buchen
„Work  and  Wages“,  die  zahlreichsten  Belege*).  Da  die  Beobachtungen
der  dritten  Art  die  interessantesten  sind,  mögen  hier  einige  Angaben
darüber  folgen.
Dollfuß  in  Mülhausen,  führt  Br  a  ff  e  y  an,  reducirte  1866  die  Arbeitszeit  vo"
zwölf  auf  elf  Stunden  täglich  und  versprach  feinen  Arbeitern,  der  Lohn  solle  unverkürzt
bleiben,  wenn  sie  dieselbe  Menge  Arbeit  leisteten  wie  früher.  Nach  Ablauf  eines  Monats
zeigte  sich,  daß  nun  in  elf  Stunden  nicht  nur  ebensoviel,  sondern  fünf  Procent  mehr  Arbeit
wie  früher  in  zwölf  Stunden  geleistet  wurde;  dazu  kommt  noch  die  Ersparniß  an  Licht
und  Feuerung  und  der  Mindcrvcrschleiß  der  Maschinen.  Beim  Bau  der  Linie  Trent-BaĶ
wurden,  um  die  Linie  in  möglichst  kurzer  Zeit  zu  vollenden,  statt  einer  Schicht  Arbeit^
zu  10  Stunden,  zwei  Schichten  eine  jede  zu  8  Stunden  beschäftigt.  Es  zeigte  sich,  dav
jede  Schicht  Arbeiter  in  8  Stunden  mehr  leistete  wie  sonst  in  10.  Die  Maschincnfabri
von  Rausonie  L  Sims  zu  Ipswich  beschäftigt  1200  Arbeiter.  Am  2.  Januar  18^
wurden  die  Arbeitsstunden  von  58  */2  auf  54  die  Woche  beschränkt.  Die  Arbeit  der  stl1
den  Maschinen  beschäftigten  Arbeiter  nahm  in  Folge  dessen  so  zu  an  Intensität,  daß  ^
Dampfkraft,  welche  die  Maschinen  treibt,  um  12  bis  15  Procent  vermehrt  wurde,  Ģ
Handarbeit  angeht,  leisteten  die  Arbeiter  dasselbe  wie  früher  in  der  längern  Arbeitszeit. ­
  In  der  Schmiedcwerkstätte  verdienten  die  Arbeiter  nach  wie  vor  dasselbe  im  Stücklohn-Und
  dasselbe  gilt  von  den  Eisengießern.  Auf  Grund  der  angeführten  und  ähnlicher  Erfahrungen ­
  befürwortet  Brasset)  die  allgemeine  Einführung  des  achtstündigen  Arbeitstķ'--für
  Erwachsene  mit  mehrfacher  Schicht.
Aehnlich,  wie  Brassey,  urtheilt  Mund  ella,  das  bekannte  englische
Parlaments-Mitglied.  Derselbe  ist  nicht  bloß  an  Fabriken  in  England,
sondern  auch  an  solchen  in  Sachsen  betheiligt,  also  zu  einem  Urtheu
wohl  competent.  Dieser  äußerte  in  einem  Gespräch  mit  Professor  Breü'

*)  Brassey,  Vater  und  Sohn,  berühmte  englische  Eisenbahn-Unternehmer  und
schinen-Fabricanten,  haben  beinahe  in  allen  Theilen  und  Ländern  der  Welt  Eisenbahn^
gebaut,  so  daß  sie  volle  Gelegenheit  fanden,  vergleichende  Betrachtungen  über  ArbeitsZ^
und  Arbeitsleistung  anzustellen.  Der  Sohn  hat  bte  gemachten  Erfahrungen  in  obicp"
Buche  niedergelegt.
            
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