Full text : Schutz dem Arbeiter!

arbeiter  in  Cumberland  und  Süd-Wales  organisirt;  die  Gewerkvereine  der  Bergleute ­
  umfassen  im  Ganzen  550  000  Mann.

Dasselbe  Bild  wie  die  Kohlenarbeiter  bieten  die  Arbeiter  der  Eisenindustrie: ­
  feste  Organisation  in  Gewerkvereinen,  vereinigte  Comitês  zur  Entscheidung ­
  individueller,  Schiedsgerichte  zur  gütlichen  Lösung  allgemeiner  Fragen,
und  für  die  Lohnsähe  eine  gleitende  Scala  (sliding  scale).
.  Ņm  meisten  ausgebildet  und  am  straffsten  organisirt  ist  das  Trade  Union-Ņssen
  in  der  Baumwollspinnerei  und  -Weberei,  namentlich  im  Lancashire-Bezirk. ­
  Hier  steht  der  amalgamated  association  of  operative  Cottonspinneis
  und  der  amalgamated  association  of  cotton  weavers  eine  Association
Inn  Arbeitgeber  gegenüber,  bei  welcher  Spinnerei  und  Weberei  nicht  getrennt  sind,
da  sie  von  sehr  vielen  Werkbesitzern  zusammen  betrieben  werden.  Dem  joint
committee  fällt  hier  —  im  Gegensatz  zu  der  Praxis  der  Kohlen-  und  Eisenindustrie-Bereinigungen ­
  —  die  Erledigung  der  allgemeinen  Fragen  zu.
Streitigkeiten  des  individuellen  Falles  werden  durch  die  localen  Organisationen ­
  entschieden.  Den  ersten  Schritt  bildet  stets  der  Versuch  friedlichen
Ausgleichs.  Schlägt  dieser  fehl,  so  wenden  sich  die  Arbeiter  an  ihren  Secretar,
der  dann  die  Angelegenheit  dem  Werkbesitzer  mündlich  oder  brieflich  vorträgt.
Ist  der  Werkbesitzer  nicht  geneigt,  diesem  Secretär  gegenüber  seine  Meinung
abzugeben  bezw.  die  Sache  beizulegen,  so  gibt  er  den  Schriftsatz  des  Arbeitersecretürs
  an  den  Secrctair  der  Arbeitgeber-Association  weiter,  so  daß  nunmehr
Verein  gegen  Verein  verhandelt.  Die  Secretüre  der  beiden  Parteien  untersuchen
den  Fall,  indem  sie  in  der  Fabrik  den  thatsächlichen  Befund  feststellen,  und
fällen  dann  den  Entscheid,  der  beiden  Parteien  schriftlich  mitgetheilt  und  in  der
bei  weitem  überwiegenden  Mehrzahl  von  Fällen  acceptirt  wird.  Können  sich  die
Secretare  nicht  einigen,  so  geht  die  Angelegenheit  an  die  Ausschüsse  der  Vereinigungen. ­
  Hier  wird  aber  lediglich  die  Form  des  Board  of  Conciliation,  also
die  der  gegenseitigen  Berathung,  nicht  aber  die  Entscheidung  eines
Arbitrators,  also  die  durch  einen  schiedsrichterlichen  Unparteiischen,beliebt,
mit  welch  letzterer  Form  die  Arbeiter  schlechte  Erfahrungen  gemacht  haben  wollen,
so  daß  sie  dieselbe  niemals  wieder  acceptiren  zu  wollen  erklärten.  Ist  auch  beim
Board  of  Conciliation  keine  Verständigung  möglich,  so  bleibt  nur  Strike  übrig,
zu  dem  es  aber  äußerst  selten  kommt.
Die  allgemeinen  Fragen  zu  entscheiden,  ist  Sache  des  joint  committee.
Princip  bleibt  bei  den  Cotton  spinners  und  cottonweavers  Trade  Unions,
daß  die  Höhe  des  Lohnes  sich  nach  dem  Unternehmergewinn  richtet.  Zum
Zweck  der  Ermittelung  des  letztern  wird  in  den  mit  handelsstatistischem  Material
reich  ausgerüsteten  Bureaux  der  Unions  die  Differenz  der  Preise  des
fertigen  Erzeugnisses  und  des  Rohmaterials,  also  des  Preises  der
Baumwolle,  des  Garnes  und  des  Calicos,  berechnet.  Die  Zahl  heißt  margin,
ñür  die  Baumwolle  kommen  5,  sür  das  Garn  11  und  für  den  Calico  23  leitende
Klassen  in  Betracht,  woraus  sich  2  Reihen  von  margins,  die  der  spinners  und
weavers,  ergeben.  Die  Listen  endlich  setzen  den  Normalpunkt  der  Löhne  fest-Sache
  des  joint  committee  ist  es,  zu  bestimmen,  wie  viel  Procent  unter  oder
über  dem  Normalpunkt  die  Löhne  je  nach  dem  jeweiligen  Stande  des  Geschäfts
            
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