Full text : Die Wirkung der Getreidezölle

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Jahren  betrug  die  durchschnittliche  Mehreinfuhr  von  Roggen  jährlich ­
  792  Mill.  Kilo,  die  von  Weizen  306  Mill.  Kilo,  und  somit  finden
wir  als  mittleren  Jahresverbrauch  an  Roggen  6469  Mill.  Kilo,  an
Weizen  und  Spelz  3086  Millionen.  Die  mittlere  Bevölkerung  des
Zollvereins  in  den  Jahren  1879—1882  belief  sich  nach  Abzug  der
von  Luxemburg  und  Lippe  auf  44,350,000  und  es  kamen  demnach
auf  den  Kopf  145,9  Kilo  Roggen  und  69,6  Kilo  Weizen  und  Spelz,
zusammen  also  215,5  Kilo  Brodgetreide.  Durch  Berücksichtigung
der  durchschnittlichen  Einfuhr  von  Mehl,  sonstigen  hierher  gehörenden ­
  Mühlenfabrikaten  und  Backwerk  wird  diese  Summe  nur
um  etwa  0,5  Kilo,  also  auf  216  Kilo  erhöht.
Führen  wir  dieselbe  Berechnung  nun  auch  für  die  vier  Jahre
1883  Fis  1886  aus,  so  finden  wir  als  durchschnittlichen  Jahresverbrauch ­
  von  einheimischem  Roggen  5789  Mill.  Kilo,  von  Weizen
2 5°5  Mül.  Kilo,  von  Spelz  461  Mill.  Kilo.  Nimmt  man  dazu  nach
den  obigen  Angaben  die  wirkliche  Mehreinfuhr  von  Roggen  mit
durchschnittlich  692  und  von  Weizen  mit  durchschnittlich  416  Mill.
Kilo  jährlich,  so  stellt  sich  der  Verbrauch  von  Roggen  auf  6481
und  der  von  Weizen  und  Spelz  auf  3382  Mill.  Kilo,  was  auf  den
Kopf  der  mittleren  Bevölkerung  des  Zollvereins  mit  Ausschluss  von
Luxemburg  und  Lippe  in  dieser  Periode  (45,670,000)  bezw.  141,9
und  74,1  Kilo  ausmacht.  Fügt  man  noch  die  durchschnittliche
Körnermenge  auf  den  Kopf  hinzu,  die  sich  aus  der  Einfuhr  von
Mehl  (nach  dem  oben  Gesagten)  und  der  Mehrausfuhr  von  Backwaaren
  ergibt  (ungefähr  1,5  Kilo),  so  gelangt  man  zu  der  Gesammtsumme
  217,5,  die  von  der  für  die  vorhergegangenen  vier  Jahre
gefundenen  wenig  abweicht.  Bemerkenswerth  jedoch  ist,  dass  die
Yerbrauchsziffer  des  Roggens  kleiner,  die  des  Weizens  dagegen
grösser  geworden  ist.  Man  könnte  daraus  schliessen,  wie  ich  schon
bei  einer  anderen  Gelegenheit  bemerkt  habe,  dass  der  Weizen,  der
ja  im  westlichen  Europa  das  durchaus  vorherrschende  Brodgetreide
ist,  auch  in  Deutschland  in  der  Volksconsumtion  allmählich  mehr
Boden  gewinne  und  den  Roggen  entsprechend  zurückdränge.  Dies
würde  dann  auch  vielleicht  mit  zur  Erklärung  der  Thatsache  dienen,

der  Ernte  auf  das  folgende  Jahr  übergehe,  so  erhält  man  für  Roggen  5655,  für  Weizen
2316  und  für  Spelz  462,5  Millionen  Kilo,  also  von  den  obigen  nur  wenig  verschiedene
Zahlen.
            
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