Contents: Die Wirkung der Getreidezölle

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tigfen Stapelplatz für russisches Getreide. Die angegebenen Preise 
beziehen sich auf unverzollten Transitweizen von einem Qualitäts 
gewicht von ungefähr 75 Kilo auf einen Hektoliter (Regulierungs 
preise), und es müsste also im freien Verkehr der gleichzeitige Preis 
desselben Weizens immer um den vollen Zollbetrag höher sein, wenn 
es überhaupt möglich sein soll, ihn einzuführen, was aber eben 
keineswegs immer der Fall ist. In London wird derselbe Weizen 
10—15 Mark mehr kosten und man kann hiernach diese Danziger 
Preisangaben als Vergleichszahlen zur Beurtheilung der Unterschiede 
zwischen den Preisen der übrigen Märkte und dem des freien Welt 
marktes benutzen. — Berlin ist nicht nur wichtig als Sitz einer 
bedeutenden Getreidebörse, sondern namentlich auch als Mittelpunkt 
einer grossen Consumtion, die hier ziemlich hohe Preise bedingt im 
Vergleich mit den sonst in den östlichen Provinzen üblichen. Die 
Preise (Regulirungspreise) beziehen sich noch auf den leichten 
Lieferungsweizen von nur 71,3 Kilo Gewicht auf das Hektoliter, der 
bis Lnde des Jahres 1888 (mit einer unbedeutenden Gewichts 
erhöhung seit Oktober 1887) handelsgebräuchlich war. Nach der 
Preissteigerung, welche der Berliner Lieferungsweizen für die Ter 
mine des Jahres 188g erfahren hat, nachdem das Qualitätsgewicht 
desselben auf Andringen des Handelsministers auf 73,4 Kilo erhöht 
worden, darf man annehmen, dass die Beschaffenheit desselben im 
Vergleich mit den andern hier in Betracht kommenden Sorten einen 
Minderwerth von etwa 20 Mark für die Tonne bedingte. 
Die Kölner Preise beziehen sich auf fehlerfreien rheinischen 
Weizen von wenigstens 76 Kilo Hektoliter-Gewicht. Der Preis steht 
in Köln immer niedriger als an den oberrheinischen Plätzen, sowohl 
wegen des Weizenreichthums der benachbarten niederrheinischen 
liefebene als wegen der Leichtigkeit und Billigkeit der Zufuhr von 
aussen. Welche Rolle der Rhein für die letztere spielt, zeigt die 
Statistik des Verkehrs auf den deutschen Wasserstrassen: während 
im Jahre 1877 bei Emmerich nur 226,000 Tonnen Getreide und 
Hülsenfrüchte stromaufwärts eingingen, war diese Ziffer im Jahre 
1886 auf 707,800 Tonnen gestiegen. Ein Theil dieser Getreide 
menge stammt übrigens aus dem deutschen Ostseegebiet und wird 
aut Grund des § 111 des Vereinszollgesetzes zollfrei wieder eingeführt. 
Der bedeutendste Getreidehandelsplatz am Rheine ist Mann-
	        
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