Full text : Die Wirkung der Getreidezölle

30

Jahr.
1881

1882

1883

1884

Danzig  Berlin  Köln  Bremen
Niedrigster  Mon.-Pr.  164,00(12)  179,25(12)  202,50(12)  175,25(0)
Höchster  Mon.-Pr.  .  199,04(1)  208,00(4)  230,00(5)  206,40(5)
Jahresdurchschnitt  .  188,20  195,20  216,90  191,21
Niedrigster  Mon.-Pr.  121,90(12)  136,50(12)  152,50(10)  133,00(12)
Höchster  Mon.-Pr.  .  165,12(1)  176,75(1)  206,25(1)  170,00(1)
Jahresdurchschnitt  .  141,40  152,30  178,10  147,oc
Niedrigster  Mon.-Pr.  121,32(3)  135,30(3)  145,00(3)  131,20(1)
Höchster  Mon.-Pr.  .  148,93(g)  I54,oo(g)  167,40(g)  140,75(g)
Jahresdurchschnitt  .  136,10  144,70  156,go  135,30
Niedrigster  Mon.-Pr.  124,27(9)  137,25(9)  143,75(g)  128,25(11,12)
Höchster  Mon.-Pr.  .  151,50(7)  149,00(7)  164,00(7)  137,40(7)
Jahresdurchschnitt  .  138,70  143,30  153,20  132,27

Im  Jahre  1880  war  die  Roggenernte  in  Deutschland  schlecht
und  auch  in  Russland  erheblich  unter  dem  Durchschnitt.  Der  Preis
ging  daher  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  auf  den  deutschen
Märkten  bedeutend  in  die  Höhe  und  die  Wirkung  des  Zolles  von
10  Mark  musste  sich  nun  deutlicher  fühlbar  machen.  In  der  That
sehen  wir,  dass  die  Preisdifferenz  zwischen  Berlin  und  Bremen,  die
im  April  nur  2,65  Mark  betrug,  im  December  auf  12,25  Mark  gestiegen ­
  war.  Die  Qualitätsverschiedenheit  des  Roggens  auf  den
beiden  Plätzen  kommt  bei  dieser  Art  der  Vergleichung  weiter  nicht
in  Betracht.
Während  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1881  behauptete  der

Roggen  seinen  hohen  Preisstand,  im  Juli  aber,  als  sich  das  Ergebnis ­
  der  neuen  Ernte  übersehen  Hess,  trat  ein  jäher  Sturz  des  Preises
ein,  der  in  den  folgenden  Monaten  nur  zum  kleineren  1  eile  wieder
ausgeglichen  wurde.  Dabei  war  aber  die  Ernte  in  Deutschland,
wenn  auch  besser  als  im  Vorjahre,  so  doch  keineswegs  gut  ausgefallen ­
  und  die  russische  Roggenausfuhr  blieb  in  diesem  Jahre
sogar  ungewöhnlich  gering.  Auffallend  ist  auch,  dass  die  äusserst
ungünstige  Weizenernte  und  der  seit  August  stark  steigende  Weizenpreis ­
  auf  den  Roggen  keine  stärkere  Rückwirkung  ausgeübt  haben.
Allerdings  blieb  der  Roggenpreis  trotz  seines  starken  Rückganges
am  Schluss  des  Jahres  noch  auf  einem  verhältnissmässig  hohen  Satze
und  es  bedurfte  der  guten  Ernte  des  Jahres  1882,  um  ihn  wieder
ungefähr  auf  den  Stand  zurückzuführen,  den  er  1879  eingenommen
hatte.  Bemerkenswerther  Weise  stand  im  December  1882  der

Roggen  in  Danzig  im  freien  Verkehr  11  Mark  niedriger  als  die
            
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