Full text : Urtheile der deutschen Handelskammern über Zollpolitik und Handelsverträge

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Erfahrungen  und  Enttäuschungen,  wie  solche  bier  hervorgehoben  wurden,  bei  den
noch  ausstehenden  Handelsvertrags^Abschlüssen  mitSpanien,  Portugal,  Serbien  u.s.w.
erspart  bleiben.  Die  Industrie  unseres  Bezirks  nimmt  ganz  besonders  Antheil  an
der  Erhaltung  dcö  seitherigen  Exports  nach  dem  erstgenannten  Lande,  uud  wir
baben  nicht  verfehlt,  dein  Königlichen  Ministerium  für  Handel  und  Gewerbe  unsere
dringlichen  Wünsche  in  dieser  Hinsicht  wiederholt  bis  in  die  jüngste  Zelt  hinein
zur  geneigten  Berücksichtigung  zu  unterbreiten.
„Wird  Deutschland  nun,  da  seine  wichtigen  Tarifverträge  für  die  Dauer  von
zwölf  Jahren  abgeschlossen  wurden,  für  diesen  so  langen  Zeitraum  nichts  in  der
Lage  sein.  den  während  desselben  etwa  eintretenden  Nothstand  irgend  einer  Industrie
durch  Erhöhung  des  Zollschutzes  gegen  das  Ausland  zu  bekämpfen,  so  darf  die
Industrie  wohl  umsomehr  darauf  rechnen,  daß  ihr  diejenige  Unterstützung  nicht
versagt  werde,  welche  ibr  auf  dem  Gebiete  der  inneren  Rechögesetzgebung  gewährt
werden  kann,  um  sie  in  den  Stand  zn  setzen,  den  Wettbewerb  mit  dem  Auslande
fortzuführen.  Hierzu  zählen  wir  die  schon  seit  einer  langen  Reihe  von  Jahren
bisher  leider  vergeblich  von  uns  beantragte  Rückvergütung  des  Zolls  für  die  in
halbseidenen  und  halbwollenen  Geweben  wieder  zur  Ausfuhr  gelangenden  ausländischen
  Baumwollen-Feingarne."
Handelskammer  für  den  Kreis  Essen.
„Unsere  Beziehungen  zum  Auslande  sind  durch  die  mit  den  miteieuropäischen
Staaten  abgeschlossenen  Handelsverträge  im  Berichtsjahre  einer  wesentlichen  Veränderung ­
  unterzogen  worden.  Ueber  die  Tragweite  derselben  werden  wir  erst  nach
Einsicht  der  statistisch  festgestellten  Resultate  ein  zutreffendes  Urtheil  fällen  können.
Die  Wichtigkeit  derselben  geht  aus  der  Zusammenstellung  der  großartigen  Verkehrs-Verhältnisse
  mit  unseren  Nachbarstaaten  hervor,  welche  S.  ‘23  ff.  sich  besonders  zusammengestellt
  finden.  Alle  unsere  Wünsche  sind  bei  dem  Abschlüsse  der  Verträge
nicht  erfüllt  worden,  aber  wir  vertrauen,  daß  die  Handelsbeziehungen  ans  praktischer
und  nationaler  Grundlage  aufgebaut,  auch  in  der  weiteren  Entwickelung  zwischen
den  Vertragsmächten  sich  den  gegenseitigen  Verhältnissen  praktisch  anpassen  und
mehr  Verbesserungen  und  Erleichterungen  herbeiführen  werden."
Handelskammer  zu  Köln.
„Für  die  Erneuerung  der  Handelsverträge  mit  verschiedenen  Staaten  ^Oesterreich," ­
  Belgien,  der  Schweiz.  Italien.  Spanien,  Serbien,  Rumänen)  batten  wir
über  die  Wünsche  der  diesseitigen  Betbeiligten  nach  Berlin  zu  berichten,  zu  welchem
Zwecke  wir  umfassende  Erhebungen  anstellten.  Auch  die  uns  späterhin  noch  bekannt
gewordenen  Wünsche  berichteten  wir  nach  Berlin.  Außerdem  wurden  wir  mehrmals ­
  während  der  Verhandlungen  zu  Berichten  über  einzelne  Fragen,  die  zur
Sprache  gekommen  waren,  veranlaßt.  Erneuert  sind  inzwischen,  wie  bekannt,  die
Verträge  niit  Oesterreich.  Italien,  Belgien  und  der  Schweiz.  Die  drei  ersten
Verträge  schädigten  zwar  auch  im  hiesigen  Bezirk  manches  Einzelinteresse,  konnten
aber  —  wenn  auch  in  verschiedenem  Maße  —  noch  im  Ganzen  als  günstig  für
die  diesseitigen  Interessen  angesehen  werden.  Zudem  war  die  Zeit  zwischen  der
Bekanntgabe  der  Verträge  und  deren  Genehmigung  durch  den  Reichstag,  dessen
Berathungen  mit  einer  u.  E.  allzugroßen  Eile  beendigt  wurden,  zu  kurz,  um
irgendwie  in  die  Sache  eingreifen  zu  können.  Der  Vertrag  mit  der  Schweiz  dagegen ­
  erschien  uns  für  den  hiesigen  Bezirk  als  durchaus  ungünstig.  Denn  nach
            
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