Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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auf  die  wirkliche  Unternehmerthätigkeit  aufgebaut  hat,  so  ist  seine
Tendenz  dem  Unternehmer  keineswegs  freundlich.  Schon  die  Theorie
und  Tendenz  Jacobs  ')  gehört  aber  ganz  in  diese  auf  die  Unternehmerarbeit ­
  das  Hauptgewicht  legende  Richtung.  Er  sagt,  der
Profit  des  Unternehmers  sei  der  Lohn  für  die  Arbeit,  Mühe,  Geschicklichkeit, ­
  Gefahr  etc.,  also  Arbeitslohn,  persönlicher  Lohn.  Auch
Prittwitz'•*)  spricht  in  der  Lehre  von  der  Güterverteilung  in  derselben
Weise  überden  Unternehmergewinn.  Schüz*)  rechnet  den  Unternehmergewinn
  zum  Lohne,  indem  er  ihn  aus  zwei  Teilen  zusammensetzt:
1.  aus  dem  Lohne  für  die  Thätigkeit  des  Unternehmers,  2.  aus  der
Prämie  für  seine  Gefahr.  Hildebrand  folgt  in  Theorie  und  Tendenz ­
  dieser  Richtung,  und  Thünen  bezeichnet  gleich  mehreren
seiner  Vorgänger,  insbesondere  Schön  und  Riedel,  jenen  Ueberschuss,
welcher  dem  Unternehmer  zu  bleiben  pflegt,  nachdem  er  von  dem
Gesamtgewinne  die  Kapitalzinsen,  eine  Assekuranzprämie  und  die
Besoldung  eines  Geschäftsführers  in  Abzug  gebracht  hat,  als  Unternehmergewinn. ­
  Wir  begegnen  hier  das  erstemal  dem  neuen  Ge-S'D
  en,  dass  die  Gefahrsprämie  kein  integrierender  Teil  des  Unterue
  meigewinnes  ist,  sondern  nur  das  Uuternehmergewinn  sei,  was
nach  Abzug  der  Gefahrsprämie  bleibt.
Noch  Roscher,  der  zwar  seine  Methode  in  seiner  «Einleitung«
eine  «philosophische«  nennt,  gehört  in  diese  historische  Schule
eutscher  Nationalökonomen,  welche  den  Unternehmergewinn  von
allen  anderen  Einkommensarten  streng  trennen  und  ihn  als  den
ohn  einer  ganz  eigenen,  der  Unternehmerthätigkeit  ansehen.
Bei  Roscher®)  tritt  uns  eine  Theorie  des  Unternehmens  selbst
entgegen.
»Das  Wesentliche  einer  Unternehmung  im  nationalökonomischen
j^inne  des  Wortes«,  schreibt  er,  «besteht  darin,  dass  für  den  Vere
  r  auf  eigene  Gefahr  produziert  wird.«  Was  dieser  eklatanteste
er  reter  der  historischen  Methode  damit  als  Unternehmen  nicht
okkupatorische,  das  Natural-Unternehmen,  welches
i^c  ür  den  Verkehr'produziert.  Doch  darauf  kommen  wir  in  den
)  Gjundsätze  der  Nationalökonomie  (Halle  1826).
)  Volkswirthschaftslehro  (Mannheim  1846).
)  Giundzüge  der  Nationalökonomie  (Tübingen  1843).
)  Nationalökonomie  der  Gegenwart  und  Zukunft  (Frankfurt  a.  M.  1848).
)  Der  naturgemäße  Arbeitslohn  (Rostock  1860).
uehmerlow”'^*^^^"  Nationalökonomie  (Cotta  1873).  Kapitel;  »Unter-
            
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