Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Eine  einzige  Firma  in  Chicago,  „Libby,  M'Neill  und  Libby,“
•st  beispielsweise  im  Stande,  täglich  40.000  bis  50.000  Büchsen
präservirtes  Fleisch  zu  liefern,  die  je  2  bis  28  Pfund  enthalten.
Mehr  als  die  Hälfte  des  präservirten  und  ein  Viertel  des  gesalzenen ­
  und  geräucherten  Ochsenfleisches  geht  nach  Europa;
von  ersterm  wurden  kürzlich  in  London  in  einer  Woche
150.000  Kisten  von  je  84  Pfund  Netto-Gewicht  zu  37  sh.  6  d.
per  Kiste  verkauft  (i.  J.  1880).
Der  Bericht  aus  Montana  v.  J.  1882  sagt:  Am  westlichen
Fusse  des  grossen  amerikanischen  Felsengebirges,  in  einem
lieblichen  Thaïe,  das  von  seinen  Bewohnern  das  Paradies  der
Heuen  Welt  genannt  wird,  liegt  das  freundliche  Städtchen
Eeer  Lodge.  Dicht  an  der  Stadtgrenze  liegt  eine  grosse,  schön
ausgelegte  Farm,  oder,  wie  man  sie  dort  zu  Lande  nennt,
Mranche,"  das  Eigenthum  des  Rinderkönigs  Con  Kohrs,  eines
Holsteiners  aus  der  Nähe  von  Glückstadt,  der  des  grössten
Ansehens  sich  erfreut  und  für  einen  der  reichsten  Männer  im
Amerikanischen  Nordwesten  gilt.  Vor  zwanzig  Jahren  noch
armer  Fleischergeselle  in  Virginia  City,  der  sich  auf  dem
Markte  ein  Viertel  Rind  über  die  Schulter  legte,  dasselbe  zu
Hause  zerlegte  und  dann  an  seine  Kunden  verkaufte,  hat  er
jetzt  22.000  Stück  Vieh  auf  der  Weide  und  ist  an  drei  Gold-Hiinen

  betheiligt,  die  grossen  Gewinn  abwerfen.
Wer  in  Montana  durch  Ackerbau,  Handel  oder  Goldgräberei
  zu  Gelde  gekommen  ist,  legt  dasselbe  in  Vieh  an,
^as  in'  dem  daselbst  reichlich  vorhandenen  Büffel-Gras,  mit
alle  Höhenzüge  bedeckt  sind,  sowohl  im  Sommer  als
Selbst  im  Winter  unter  dem  Schnee  ein  vortreffliches  nahrhaftes ­
  Futter  findet.  Diese  Art  und  Weise,  seine  Capitalien
verwerthen,  ist  darum  so  beliebt,  weil  die  unendlichen
Höhenzüge  Montana’s,  welche  das  Vieh  mit  besonderer  Vor-'
»ehe  sich  zur  Weide  aussucht,  noch  beinahe  überall  herrenoses
  und  darum  nicht  umfriedigtes  Eigenthum  sind  und  man
Ausserdem  keine  Scheunen  zu  bauen  braucht,  denn  die  Thiere
finden,  selbst  im  kalten  Winter,  hinlänglichen  Schutz  vor  der
itterung  in  den  zahlreichen  Schluchten  der  Berge  und  sehen
ÖAbei  am  Ende  der  rauhen  Jahreszeit  so  glatt  und  wohlge-
            
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