Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

5.  ñap.  Fortschritt  in  brr  Productionsmethobe.

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Ģesetze  und  der  Pflichtversäumnisse  Reicher  und  Mächtiger  und  insofern  einer
ungerechten  Vertheilung  der  Erdengüter  beizmneffen.  Aber  wenn  selbst  alles
große  Elend  beseitigt,  ja  wenn  daS  gesamte  Nationalvermögen  gleichmäßig
vertheilt  wäre,  auch  dann  würde  das  Mißverhältniß  zwischen  Production  und
Wohlbefinden  der  Menschen  fortbestehen;  denn  daS  Vermögen  eines  jeden  Einzelnen ­
  würde  nur  gering  sein  und  nicht  das  Wohlbefinden  gewähren,  welches
der  großen  Masse  der  Menschen  in  den  Zeiten  allgemeiner  Prosperität  durchschnittlich ­
  zu  theil  wird,  und  man  würde  sich  dann  vergeblich  nach  dem  großen
Wohlstände  umschauen,  welchen  man  als  Folge  der  großartigen  Triumphe
der  Technik  erwartet  hatte.
Endlich  aber  läßt  sich  die  Thatsache,  daß  sich  daS  allgemeine  Wohlbefinden
trotz  aller  ProductionSfortschritte  nicht  eingestellt  hat,  auch  nicht  aus  dem  bedeutenden ­
  Anwachsen  der  Bevölkerung  erklären,  von  dem  diese  Fortschritte,  die
eine  solche  Zunahme  hauptsächlich  ermöglichten,  begleitet  waren.
Nur  in  einzelnen  Fällen  kann  daS  starke  Anwachsen  der  Volkszahl  mit
tfug  und  Recht  als  Ursache  der  Verarmung,  ja  der  Verelendung  einer  mehr
oder  weniger  zahlreichen  Anzahl  von  Menschen  angesehen  werden,  und  dies
iss  der  Fall  in  ProductionSgebieten  mit  leicht  erschöpflichen  Hilfsquellen,  wo
die  Ehen  sehr  frühzeitig  und  ohne  gehörige  Ueberlegung  geschloffen  werden  und
die  Bevölkerung  zu  wenig  Kapital  besitzt,  um  auswandern  zu  können,  ohne
dem  Elend  entgegenzugehen.  Gewisse  Gegenden  Böhmens  und  Schlesiens  können
als  solche  Gebiete  bezeichnet  werden,  in  welchen  derartige  traurige  Verhältnisse
herrschend  sind,  während  andere,  gleichfalls  vielfach  arme  Gegenden  wie  Samen
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jenen  Arbeitsleistungen.  namentlich  zu  verschiedenartigen  persönlichen  Dienstleistungen ­
  und  zur  Maurerarbeit,  eine  ganz  gesunde  wirtschaftliche  Organisation
o»  weisen.  Sie  liefern  Typen  einer  zeitweise  auswandernden  Bevölkerung,
welche  der  nicht  reichen,  aber  traulichen  und  geliebten  Heimat  stets  neue
"ņd  sich  als  ein  tüchtiger,  meist  auch  in  religiöser  und
sittlicher  Hinsicht  achtungswerther  und  kinderreicher  Theil  der  Menschheit  erweist.
Bei  sorgfältiger  Meidung  der  vorerwähnten  Irrthümer  gelangt  man  zur
Erkenntniß  der  wahren  llrsacheu.  warum  die  großartigen  Veränderungen  auf
s  em  Gebiete  des  technischen  ProductionSverfahrenS  nicht  eine  entsprechende
Vermehrung  des  allgemeinen  Wohlbefindens  zur  Folge  hatten.
Diese  Ursachen  sind  darin  zu  suchen,  daß  viele  der  großen  Erfindungen
unserem  Wohlsein  in  der  That  weit  weniger  förderlich  sind,  als  man  auf  den
ersten  Blick  meint,  und  daß  die  Menschheit  von  allerlei  Ungemach  und  Verlusten ­
  betroffen  worden  ist,  von  denen  manche  der  technischen  Revolution  selbst
zur  Last  fallen.  Wenn  man  den  Werth  der  neuen  Erfindungen  gebührend
            
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