Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

4.  Kap.  Die  nichtfreie  Preisbildung.

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^reicht  hatten,  oder  daß  sie  auf  dem  Markte  den  größern  Theil  der  feilgebotenen ­
  Gegenstände  zusammenkauften,  um  sie  später  zu  maßlos  in  die  Höhe
getriebenen  Preisen  weiter  zu  veräußern.  Es  bedurfte  dazlnnal  sehr  energischer
_  ^regeln  der  staatlichen  Behörden  und  der  kirchlichen  Autoritäten,  um  die
àîheit  des  Marktes  zu  sichern  und  auf  demselben  die  Bildung  angemeffener
beeise  zu  ermöglichen.  Freilich  ist  man  in  dieser  Beziehung  vielfach  zu  weit
gegangen.  Allerdings  bestanden  thatsächlich  infolge  des  mangelhaften  Verkehrswesens, ­
  das  mit  der  vielfach  aufs  höchste  gesteigerten  öffentlichen  Unsicherheit
wid  dem  schlechten  Zustande  der  Landstraßen  aufs  engste  zusammenhing,  nur  zu
äusig  Monopole  zu  Gunsten  der  Producenten,  welche  in  diesem  Falle  denn
ouch  nicht  verfehlten,  den  Preis  ihrer  Erzeugnisse  höher  zu  stellen,  als  er  beim
ņ  Ģ^en  eines  Marktes  für  den  freien  Mitbewerb  einer  großen  Anzahl  von  Unternehmern ­
  gewesen  wäre.  Ein  Einschreiten  der  Behörden  war  also  vielfach  gerechtìgt,
  ja  nothwendig.  Andererseits  geschah  es  aber  nur  zu  häufig,  daß  die
lieb  dem  naiven  Glauben  Hingaben,  die  Billigkeit  nach  ihrem  Be-Ģ
  ^  herbeiführen  und  die  natürlichen  Folgen  der  Seltenheit  der  verschiedenen
ņo^ņşiàņde  verhindern  zu  können.  Während  nun  diese  irrigen  Anschauungen
laiw  m  ^îîeņ  vorgeschrittenerer  wirtschaftlicher  Verhältnisse,  namentlich  in  Dentsch-Und
  ^  î"  Frankreich,  an  Gelehrten  wie  Gerson,  Biel,  Trithemius,  Langenstein
als  ^àrn  Vertheidiger  fanden,  welche  behaupteten,  die  Obrigkeit  sei  weiser
bie  ^"^ger  und  habe  daher  die  verschiedenen  Gegenstände  ohne  Rücksicht  auf
e  Schwankungen  des  Marktes  nur  nach  ihren  Herstellungskosten  zu  bewerthen,
Anikb^^n  îņ  Italien  und  in  Spanien  schon  früh  freiere  und  vernünftigere
ty n ¡  .  un 9 en  )ur  Verbreitung.  Bereits  die  hll.  Bernardin  von  Siena  und
big  ° n ' n  von  Florenz  bekämpften  zwar  die  Monopole,  empfahlen  aber  dringend,
den  f  nQ< ^  à  Verschiedenheiten  der  Individuen,  der  Zeiten  und  der  Gegen-The
  s  ergebenden  Preisdifferenzen  nicht  zu  bekämpfen.  Ja  der  große  spanische
^  Medina  erkannte  bereits  im  Jahre  1513  ausdrücklich  an,  daß  die
8ere/??^eise  einfach  durch  die  Wechselwirkung  von  Angebot  und  Nachfrage
9eIt  werden  könnten  K
s ^on  ì^^^ìgens  hat  auch  die  Neuzeit  ganz  ungehörige,  ja  höchst  verderbliche
auszuweisen.  Hätte  A.  Smith  eine  irgend  genügende  Kenntniß  der
Unsex  "  1Mittelalters  besessen,  oder  hätte  er  noch  wahrgenommen,  wie  in
betrieb  ^ie  Weizenpreise  in  Chicago  und  in  New  Pork  in  die  Höhe
nicht  en  wurden,  so  würde  er  die  Furcht  vor  einer  künstlichen  Preissteigerung
$ tQ  mit  dein  Glauben  an  Zauberei  und  Hexenkünste  verglichen  haben.  Die
läßt  s'/"ş  ^bļche  Weise  das  Bestehen  angemeffener  Marktpreise  zu  sichern  ist,
^  lc 9  namentlich  unter  den  gegenwärtigen  Verhältnissen  nicht  leicht  beant-Şiehe
  Cl.  Jannet  1.  c.  200  88.
            
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