8. Kap. Gemünztes Geld und Münzzeichen.
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m den der Lateinischen Münzunion angehörigen Staaten verfahren. Nachdem
"s Frankreich schon vor dem Jahre 1874 die Prägung der als Courantgeld
Anenden Fünffrankenstücke für Privatleute verboten worden war, ist dieselbe
^ŗch die Convention vom Jahre 1874 in allen der Union angehörigen
Maaten überhaupt eingestellt worden, während mit den damals bereits im
Ullauf gewesenen Münzen dieser Art noch immer unbeschränkt Zahlung ge=
giftet werden kann. Aehnlich verhält sich die Sache in den Vereinigten
Maaten. Hier war man im Jahre 1873 gleichfalls zur Goldwährung über
langen. Aber die ungemein gesteigerte Production der Silberminen von
kvada, Colorado und Neu-Mexico, welche sich gerade von diesem Zeitpunkte
Un 1° sehr hob, daß sich der Gesamtbetrag des erzeugten Silbers mehr als
Doppelte, führte zu einer Rücksichtnahme der Regierung auf die Silber-
rvducenten und zu gesetzlichen Maßregeln, welche Silberankäufe zu Münz-
àcken seitens der Union zum Gegenstände hatten und erst im Herbste 1893
îêder außer Kraft gesetzt wurden.
Q südlich hat Oesterreich-Ungarn im Jahre 1892 die Valutaregulirung
Ņ Ģrund der Goldwährung im Princip beschlossen und den Anfang zur
^^Ģhrung dieses Beschlusses gemacht, worauf durch die Gesetze vom Jahre
4 ein weiterer Schritt auf dieser Bahn gethan wurde.
müssen sicherlich sehr gewichtige Gründe gewesen sein, welche die Re-
fast sämtlicher bedeutenden Staaten der civilisirten Welt bewogen
m ^en Bimetallismus aufzugeben und — freilich mit einer gewissen
Hill) * — öur Goldwährung überzugehen. Und es wird für diese Maßregel
ein s^ŗen Aufrechterhaltung trotz aller dagegen gerichteten Angriffe namentlich
fy j r filier wiegender Grund ins Feld geführt: die Stabilität des Geld-
welche sich beim Bestände der Goldwährung eher und in viel höherem
st e erwarten läßt als beim Festhalten an der Silber- oder an der
Doppelwährung.
jü ^welche sind nun aber die Argumente, mit denen die Goldwährung bekämpft
Pre'sŞŗ^ņ pşiegt? Man klagt sie an, den gegenwärtigen niedern Stand der
hervorgerufen zu haben, weil das Gold, welches nur mehr allein zu den
prod lln ® ert internationalen Verkehrs verwendet wird, in ungenügender Masse
^^îcirt werde und deshalb einen zu hohen Tauschwerth erhalten habe l .
E. g’ Untcr den zum Theil sehr gewichtigen Vertretern dieser Ansicht, zu denen
M. Neuwirth, de Soubeyran, der Engländer Göschen, die
korben btr preußischen Agrarier u. a. gehören, ragt besonders der jüngst ver-
seine,ņ ļ>°ch "ķsehene belgische Gelehrte Emile de Laveleye hervor, der in
Ņnzkņds^ŗîb' L* monnaie et le bimétallisme international (Paris 1891), als der
■ufo* und die Frage am unparteiischsten beleuchtende Vertheidiger dieser Richtung
° en ist. Diesen Gelehrten stehen unter den Anhängern der Goldwährung als