Millschen Beispiele), daß die Nachfrage durchaus selbständig
von sich aus Art und Umfang der zu investierenden Kapitalien
bestimmt, mit der einzigen Ausnahme, — die von Mill jedoch nicht
erwähnt wird — daß die Menge der Produkte technisch abhängig
ist von der Leistungsfähigkeit der betreffenden Produktionsmittel-
Kombinationen.
Allerdings — Mill bringt den Fall einer Veränderung der
Produktionskosten, aber nicht in der Beziehung einer Folge steigen-
der Produktion. Diese Untersuchungen Mills über die Wirkung
veränderter Kostenverhältnisse auf den Preis sind besonders inter-
essant, da sie noch einmal das Thema der Kosten berühren, jedoch
mit dem Ergebnis, daß die Wirkung der Kostenveränderung auf
den Preis indirekt von der Gestaltung der Nachfrage abhängig ist.
Wir kommen damit zu den erwähnten Fällen, in denen die
Nachfrage sich nicht umgekehrt proportional zu den Bewegungen
des Preises verhält. Nehmen wir an, Deutschland produziere in-
folge einer ‚mechanical improvement‘“!) mit derselben Menge
Arbeit und Kapital, die vorher 20 Ellen Leinen hervorbrachte,
jetzt 30 Ellen Leinen, während England, wie vorher dasteht, also
10 Ellen Tuch gegen 15 Ellen Leinen tauscht. Wie wird diese Ver-
besserung der deutschen Leinenproduktion auf den internationalen
Preis wirken, der bisher 10:17 betrug?
In Deutschland selbst wird der Preis des Leinens entsprechend
der Verbilligung sinken, und zwar um 1% des früheren Preises,
unter anderem auch gegenüber dem importierten Tuch. 10 Ellen
Tuch würden sich dementsprechend nicht gegen 17 Ellen Leinen
sondern gegen % mal so viel, das ist 25% Ellen Leinen austauschen ?).
Dieses Verhältnis wird aber nicht bestehen bleiben, da die deutsche
Preislage auf die internationale Nachfrage drücken muß. Und zwar
steigt diese entweder
I. im gleichen Verhältnis zur Verbilligung oder
2. im größeren oder
3. im kleineren Verhältnis zur Verbilligung.
Im ersten Fall wird England genau so viel Leinen mehr ver-
langen, als die Verbilligung beträgt, d. h. an Stelle von 17X x Ellen
Leinen 25% Xx Ellen Leinen.
Deutschland wird dieselbe Menge Tuch verlangen wie vorher,
1) Vgl. Mill, a.a.0. S. 137.
2) Vgl. Mill; aa, 0.5. 138/38
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