fullscreen: Leben und Lehre des Buddha

Zwiespalt in der Gemeinde. 
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Leidenschaft waren, hoben die Arme empor und weinten laut, warfen 
sich auf die Erde, wälzten sich hin und her und riefen: „Zn früh 
ist der Heilige gestorben, zu früh ist der Vollendete gestorben, zu 
früh ist das Licht in der Welt erloschen!" Andere aber, die frei 
von Leidenschaft waren, sagten gefaßt: „Alles, was geworden, geht 
zugrunde; wie wäre es anders möglich." Unter den Mönchen des 
Mahäkasyapa befand sich auch ein gewisser Lubbadra, der erst in 
hohem Alter Mönch geworden war und nicht verwechselt werden 
darf mit dem gleichnamigen „letzten persönlichen Jünger des Herrn" 
(S. 43). Dieser Sudbadra sprach zu den Mönchen: „Hört ans, 
ihr Brüder, mit Klagen und Jammern! Wir sind den großen As 
keten glücklich losgeworden. Er quälte uns, indem er sagte: ,Das 
schickt sich für euch, das schickt sich für euch nicht'. Jetzt werden 
wir tun, was uns beliebt, und was uns nicht beliebt, das werden 
wir nicht tun." Solche Vorfälle machen erklärlich, daß sich die Ge 
meinde später so schnell spaltete, zugleich zeigen sie aber die Treue 
der Überlieferung. 
In das elfte Jahr der Lehrtätigkeit fällt die Bekehrung des Brah 
manen Lllaradväsa, der zum Unterschiede von vielen andern 
seines Namens nach seiner Beschäftigung auch Lrsi-Bbaradvasa 
(Pali Kasi-Bharadväja) „Ackerbau-Bbaradväz'a" genannt wird. 
Die Bekehrungsgeschichte ist charakteristisch für eine bestimmte Form 
der Belehrung, die Buddha wählte, die durch Gleichnisse. Sie findet 
sich in dem schon mehrmals erwähnten alten Suttanipäta und lautet 
in Übersetzung: „So habe ich gehört. Einst weilte der Herr in 
Magadha in Daksinägiri in dem Brahmanendorf BkanalkH. 
Und zu dieserZeit wurdendesBrahmanenllchsibbaradvZga 500Pflü 
ge angespannt zur Zeit des Säens. Da legte der Herr am Morgen 
seine Kleidung an, nahm seine Bettelschale und seine Gewänder 
und ging zu dem Platze, wo die Arbeit des Brahmanen Krsi- 
bharadväja stattfand. Als nun die Zeit der Speiseverteilung kam, 
begab sich der Herr dorthin und stand seitwärts. Da sah ihn der 
Brahmane Ui. dastehen, um Almosen zu erhalten und sprach zu ihm: 
„Ich, o Asket, pflüge und säe, und nachdem ich gepflügt und ge 
sät habe, esse ich. Auch du, o Asket, solltest pflügen und säen, und 
essen, nachdem du gepflügt und gesät hast". „Auch ich, o Brah 
mane, pflüge und säe, und esse, nachdem ich gepflügt und gesät habe." 
„Wir sehen aber bei dir, o Gautama, weder ein Joch, noch einen 
Pflug, noch eine Pflugschar, noch einen Treibstock, noch Ochsen." 
Da sprach der Herr: „Glaube ist die Saat (die ich säe), Selbst-
	        
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