Das Problem, die Kaufkraft stabiler zu gestalten.
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§3.
In der Erkenntnis der überzeugenden Kraft der gegen den Bimetallis
mus (und Polymetallismus) erhobenen Argumente schlug Professor Marshall
an deren Stelle ein System vor, das man Symmetallismus genannt hat.
Unter dem symmetallischen System könnten zwei oder mehrere Metalle
in ein und demselben Münzstück oder zu miteinander „fest verbundenen
Barrenstücken“ physisch verbunden werden. Offenbar könnte ein beliebiges
Verhältnis zur Anwendung kommen und hierbei könnte keines der beiden
Edelmetalle das andere aus der Zirkulation treiben. Der Wert der zusammen
gesetzten Münze würde aus dem Betrage der Werte ihrer beiden Bestand
teile bestehen und deren Wertschwankungen würden das Mittel der Schwan
kungen ihrer Bestandteile bilden 1 ).
Es sind noch einige andere Vorschläge einer Vereinigung der Metalle
aufgetaucht. Darunter befinden sich die „verbundenen Metallsysteme“ von
Stokes und Hertzka, die Abarten des Bimetallismus sind, aber anstatt
eines festgesetzten ein veränderliches Verhältnis haben. Ein anderer von
Walras 2 ) vertretener Vorschlag besteht in der Goldwährung mit einem
»Silberregulator“, der schlechtweg die hinkende Währung vorstellt, wie sie
nun in den Vereinigten Staaten, Frankreich und Indien herrscht, nur mit
Ausnahme des Umstandes, daß die Quantität des in Umlauf befindlichen
Silbers, anstatt eine festgesetzte zu sein, von der Regierung dergestalt
systematisch gehandhabt wird, daß den Preisen Stabilität gesichert wird.
All diese Systeme wie der Symmetallismus und Bimetallismus stellen Re
formen dar, die bestenfalls nur teilweise Abhilfe schaffen. Im Walrasschen
Vorschläge zum Beispiel könnte es gegebenen Falles zur Aufrechterhaltung
der Preise erforderlich sein, daß das Quantum des Silbers auf Null herab
gesetzt wird, worauf eine weitere Regulierung dann nicht mehr möglich
wäre, oder es könnte sich als notwendig erweisen, das Silber derart zu er
höhen, daß alles Gold verbannt wird. Das System wäre dann keine Gold
währung mehr, sondern es würde zu einer nicht einlösbaren Silberwährung
werden. Das Schlimmste aber ist, daß jedes dieser vorgeschlagenen Abhilfs-
mittel der Gefahr unkluger und unehrlicher politischer Manipulationen
ausgesetzt wäre.
l ) Siehe F. Y. Edgeworth, „Thoughis on Monetary Reform“, (British) Economic
Journal, September 1895, S. 448.
*) „Monnaie d'or avec Ulbn d’argent regulateur“, Revue de droit international, Dezem
ber 1884; Nachdruck in Etudes d'Economie politique appliquie, Lausanne (Rouge), 1898