Full text : Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

40

dahin,  wo  sie  wirklich  findet,  was  sie  sucht.  Derjenige,  der
nui  einen  guten  Lohn  für  seine  Handarbeit  beansprucht,  wird
eine  andere  Volkswirthschaft  aufsuchen,  als  derjenige,  der  mit
einem  kleinen  Capital  selbständig  arbeiten  will.  Der  Bergmann, ­
  der  Landmann  werden  sich  dahin  begeben,  wo  ihre  Arbeit ­
  begehrt  wird.  Der  Tischler,  der  Schuster,  der  Schlosser
weiden  ihre  Schritte  dahin  lenken,  wo  die  Marktverhältnisse
ihren  speciellen  Producten  am  günstigsten  sind.
Von  grosser  Bedeutung  für  die  Zukunft  wäre  zuerst  die
Lösung  der  Frage;  Welcher  Mittel  sich  der  Arbeiterstand  bedienen ­
  soll,  um  seine  Rechte  wirksam  geltend  machen  zu
können?  Das  bisher  üblichste  Mittel  der  Arbeitseinstellungen
hat  sich  in  der  Praxis  wenig  bewährt,  da  es  meistentheils  zum
Nachtheil  der  Arbeiter  selbst  ausgeschlagen  ist,  und  es  ist
nöthig,  ein  anderes,  wirksameres  Mittel  ausfindig  zu  machen.
Wir  wollen  nicht  versuchen,  diese  Frage  hier  zu  lösen;  jede
Theorie  müsste  notwendigerweise  rein  subjectiver  Natur  sein
und  dürfte  sich  schwerlich  in  der  Praxis  bewähren.  Erst  der
.freie  Meinungsaustausch,  die  angestellten  Versuche  würden  allmählig
  eine  practische  Lösung  dieser  Frage  bewirken  können.
Es  ist  überhaupt  nicht  möglich,  alle  Fragen  im  Voraus
angeben  zu  können,  mit  denen  sich  diese  Clubs  zu  beschäftigen ­
  haben  würden,  und  wollen  wir  auch  daher  nicht  darzustellen ­
  versuchen,  wie  ihre  Statuten  beschaifen  sein  sollten.
Erst  eine  lange  Praxis  würde  die  Arbeiten  solcher  Vereinigungen ­
  deiait  zu  regeln  verstehen,  dass  sie  allgemein  nutzbringend ­
  wären.  In  der  ersten  Zeit  würde  wohl  eine  solche  Vereinigungsfreiheit ­
  zu  abenteuerlichen  Kundgebungen  missbraucht
werden  ;  nach  und  nach  würde  jedoch  der  practische  Sinn  der
Bevölkerung  die  Oberhand  über  ihre  niedrigen  Leidenschaften
gewinnen  und  ihre  Bestrebungen  in  gesunde  Bahnen  lenken.
Der  Arbeiter  würde  bald  mit  Hülfe  der  durch  die  Freiheit
eirungenen  Weltkenntniss  seine  wahren  Interessen,  seine  wirklichen ­
  Rechte  anerkennen  und  er  würde  nicht  mehr  den  Rathschlägen ­
  der  professionellen  Aufwiegler  Folge  leisten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.