Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

6

so  daß  die  Bezeichnung  „obere"  nicht  ganz  unpassend  zu  fein  scheint,  obwohl ­
  wir  damit  keineswegs  einen  Horizont  verstehen.
Diese  oberen  Ropianka-Schichten  enthalten  in  der  Regel  keine  petroleumführende ­
  Lagen.
Wie  schon  oben  erwähnt,  prävaliren  in  der  Nähe  des  M^cma-Baches
  die  oberen  Ropianka-Schichten.  Ihre  Lagerung  ist  nicht  so  gestört ­
  und  verwickelt,  wie  die  der  strzolkaartigen  Schichten.  Obwohl  auch
hier  zahlreiche  Verwerfungen  und  Dislocationen  vorkommen,  so  läßt  sich
doch  das  ganze  System  in  Falten  auflösen.  Während  in  den  Sätteln
nur  die  oberen  Ropianka-Schichten  vorkommen,  so  erscheinen  wieder  tn  den
Mulden  strzolkaartige  oder  untere  Ropianka-Schichten,  manchmal  sogar  mit
den  oben  erwähnten  naphtaführenden  Sandsteinen  und  zahlreichen  Oelspuren
  auf  der  Oberfläche,  wie  wir  das  z.  B.  mehreremale  im  Walde
oberhalb  des  Macina-Baches  beobachtet  haben.  —  Wenn  wir  nun
das  Bergbauterrain  von  Ropica-ruska  verlassen,  und  uns  aufwärts  gegen
das  Forsthaus  begeben,  so  finden  wir,  daß  die  rothen  Thone  das  Liegende
eines  mächtigen  Sandsteincomplexes  bilden.
Diese  Sandsteine  sind  feinkörnig,  vielfach  zerklüftet,  dünn  geschichtet,
und  scheinen  dem  jüngeren  Eocen  anzugehören,  da  wir  in  der  Nähe  von
Ropica-ruska  im  Liegenden  derselben  Nummuliten  beobachtet  haben,  wovon ­
  gleich  die  Rede  sein  wird.  Diese  Schichten  streichen  11  ü  und  fallen
N.  —  Der  höchste  Gipfel  des  Bergrückens  über  dem  Bergbauterrain  wird
von  einem  grobkörnigen  Sandstein  aufgebaut,  der  im  Volksmunde  dui
Namen  „Mühlstein"  trägt,  und  auch  thatsächlich  zu  Handmühlen  verwendet ­
  wird,  über  dessen  Alter  jedoch  sich  nichts  Positive^  sagen  läßt.
Die  zerklüfteten,  eocenen  Sandsteine  geben  Veranlassung  zu  einer
Erscheinung,  die  für  die  Bergbauunternehmer  sehr  unangenehm  ist,  und
die  sich  sehr  leicht  erklären  läßt.  Alle  Schächte,  die  im  höheren  Niveau
angelegt  sind  haben  nämlich  mit  großen  Wassermassen  zu  kämpfen.  Es
ist  jedoch  ganz  natürlich,  daß  in  Folge  der  Undurchlässigkeit  der  rothen
Thone,  die  das  Liegende  der  eocenen  Sandsteine  bilden,  sämmtliche  Tagwässer ­
  sich  in  den  letzteren  ansammeln.  Aus  diesem  Grunde,  wie  auch
ferner  in  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  bei  der  Anlage  der  Schächte
im  eocenen  Sandstein  (der  hier  kein  Oel  enthält)  zuerst  dieser  und  nachher
die  ganze  Masse  der  rothen  Thone  in  einer  unbekannten  Mächtigkeit  durch
teuft  werden  muß,  —  ist  die  Anlage  der  Schächte  in  Ropica-ruska  oberhalb ­
  der  eocenen  Terrasse,  unserer  Ansicht  nach,  bei  den  bis  nun  hier  gebräuchlichen ­
  technischen  Mitteln  nicht  rathsam,  wiewohl  man  andererseits
durch  Tiefbohrungen  zu  günstigen  Resultaten  gelangen  könnte.
Wenn  wir  uns  jetzt  im  Thale  nach  anderen  Vorkommnissen  von
Ropianka-Schichten  umsehen,  so  erblicken  wir  zu  unserem  Erstaunen,  daß  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.