Full text : Lexikon der Handelsgeographie

229

Großbritannien  (Textilindustrie:  Hanf,  Seide).

Industrie  nahm  seit  dem  Krimkrieg,  wo
inan  sich  nach  einem  Ersah  für  das  ausgehende ­
  Rohmaterial  umsehen  mußte,
einen  ungeheuren  Aufschwung,  denn  man
zählte:

Etablissements  .
Spindeln  .  .  .
Dublicrspindeln  .
Mechanische  Stühle
Arbeiter....

1801  1874
36  110
32982  220911
9274
554  9  599
5  907  37  920

Wie  außerordentlich  stark  die  Thätigkeit ­
  des  schottischen  Jnvustriebezirks  überwiegt, ­
  beweist,  daß  sich  in  dem  letztgenannten ­
  Jahr  von  der  Gesamtzahl  im
Vereinigten  Königreich  dort  vorfanden:
Etablissements  ....  76,»  Pro;.

Spindeln
Dublierspindeln.  .
Mechanische  Stühle
Arbeiter

83.7
82,o
86.7
81,5

Die  Jutefaser  wird  ausschließlich  ans
Indien  importiert,  und  zwar  stieg  derJmport
  von  364  Ctr.  im  Wert  von  1240
-Kk.,  welche  1828  aus  Bengalen  kamen,
auf  964,000  Ctr.  in  1862  und  erreichte
1879  die  Höhe  von  4,242.382  Ctr.  im
Wert  von  65,i  Mill.  Mk.  Inzwischen
hat  sich  aber  auch  auf  dem  Kontinent
diese  Industrie  lebhaft  entwickelt.  In
Frankreich  ist  Dünkirchen  ein  mächtiger
Rival,  dort  lvnrdcn  1878  schon  15,464,000
kg  Rohjutc  verarbeitet,  die,  statt  über
britische  Häfen,  direkt  kommen.  Ebenso
hat  diese  Industrie  in  Deutschland  Boden
gewonnen,  dort  wurden  1879:  14,705
Ton.  importiert.  Ostindien  selbst  verarbeitet ­
  immer  mehr  rohe  Inte,  dort  haben
Dundecr  Fabrikanten  auch  wegen  der  billigern ­
  und  ungestörtem  Arbeiter-verhältnisse ­
  Etablissements  angelegt.  Der  Er-Portlvert
  britischer  Produkte  wird  1879  auf
49,2  Mill.  Mk.  berechnet  und  zwar:  Jutegarn ­
  4  Mill.,  Jutewaren  39,2  Mill.  Mk.
Jutegarn  gingen  1879  nach  Deutschlaitb
  4,184,400  Pfd.,  von  Jutestoffen
^  1,607,000  Pfd.  Die  Vereinigten  Staalcu
  sind  nahezu  ebenso  gute  Abnehmer.
.9)  Hanfindustrie.  Es  ist  schwiegst, ­
  ja  unmöglich,  die  drei  Zweige  der
Ģachs-,  Hanf-  und  Juteverarbeitung
Istau  voneinander  zu  sondern,  da  eine
^"schung  dieser  Rohstoffe  bei  vielen  Ge-Branche

  arbeitenden  Etablissements  1861
bis  1874  von  5  Etablissements  mit
2580  Spindeln  und  607  Arbeitern  aus
61  Etablissements  mit  17,290  Spindeln
und  5211  Arbeitern.  In  derselben  Seit
stieg  der  Einfuhrwert  umMProz.  (1879:
38,3  Mill.  Mk  ).  Der  Stoff  kommt  aus
den  verschiedensten  Ländern,  1879  imdazu
  kommen:  der  Manilahanf  von  den
Philippinen  (340,765  Ctr.),  neuseeländischer ­
  Flachs,  Kokosnußfaser,  indischer
Sunn,  Chinagras,  in  großem  Umfang
auch  Jute  u.  welche  alle  in  den  Seilereien ­
  verarbeitet  werden.  Von  englischen
Seilcrwareu  (Cordage  und  Twine)  wurden ­
  J  879  exportiert  124,304  Ctr.  im  Wert
von  5,683,460  Mk.
6)  S  e  i  d  e  n  i  n  d  u  st  r  i  c.  Während
die  übrigen  Zweige  der  Textilindustrie
den  Weltmarkt  beherrschen  oder  doch  den
einheimischen  Markt  zum  größten  Teil
versorgen,  hat  die  einheimische  Seideninduitrie
  den  Leistungen  der  Franzosen  weichen ­
  müssen;  indessen  hat  auch  sic  zugenommen. ­
  Es  wurden  gezählt:

1868  1874
Etablissements  ....  591  818
Spindeln  978168  1114703
Dublicrspindeln  .  .  .  181538  221708
Mechanische  Stühle  .  .  14025  10002
Arbeiter  41017  45559
Die  wichtigsten  dieser  Spinnereien  finden
sich  in  Cheshire,  wo  1874:  27,o  Proz.  der
Spindeln,  20  Proz.  der  Arbeiter  waren.
1845  wurde,  um  die  Seidcnindustric
zu  heben,  der  Eingangszoll  auf  rohe  und
gedrehte  Seide  gänzlich  aufgehoben,  uild
der  Import  von  Rohseide  (inkl.  Scidcnabfälle)
  stieg  von  5,800,000  Pfd.  in  jenem
Jahr  schnell  auf  13,250,000  Pfd.  in
1862.  Seitdem  ist  dieser  Import  aber
ebenso  schnell  gefallen  und  bezifferte  sich
1879  auf  nur  3,924,690  Pfd.,  wovon
1876  über  6Mill.,  1879  über  3  Mill.  Pfd.
aus  China  kamen.  Die  Ausfuhr  von  englischen ­
  Seidcnwaren  betrug  1879:  gezwirnte ­
  Seide  13,»  Mill.  Mk.,  Seidenmailnfakte
  33,o  Mill.  Mk.  Dieser  Aus-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.