Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Japan  (Forstkultur,  Mineralien).

50Stück,  kamen  1800  uach  Europa;  1862
wurden  indes  schon  30,000  mit  Lebensgefahr ­
  geschmuggelt.  Seit  1869  betrug
der  jährliche  Export  durchschnittlich  1,3
bis  1,4  Mill.  Kartons.  Die  ersten  Sendungen ­
  gingen  über  Sibirien,  nach  Eröffnung ­
  der  Pacificbahn  nahmen  sie  aber
ihren  Weg  über  Amerika;  die  Vollendung
des  Snez'kanals  wies  dein  Handel  diesen
Weg  als  die  bequemste  und  sicherste  Route
an.  Seitdem  europäische  Seidenzüchtcr
cs  wieder  vermochten,  ihre  Seide  auö  einheimischem ­
  Samen  herzustellen,  hat  dieser
Handel  bedeutend  abgenommen  und  zwar
sehr  zuin  Vorteil  der  japanesischen  Seidenzncht
  selbst.  Indes  ist  die  Ausfuhr  noch
immer  bedeutend  genug  und  hatte  folgende
:  1877:1,387,992,1878:2,600,404
imb  1879:  2,330,492  Ms.
Forstkultur  wird  vom  Volk  wie  von
der  Regierung  mit  Sorgfalt  betrieben.
Die  Waldungen,  meist  Nadelhölzer,  aber
auch  Laubwälder,  werden  mit  viel  Sorgfalt ­
  gepflegt.  Als  wichtige  Handclsprodukte
  sind  Kampher  und  vegetabilisches
Wachs  zu  nennen.  Für  Kampher  sind
die  Hauptproduktionsgebiete  die  Inseln
Sikok  und  Kiusiu;  exportiert  wurde,
meist  nach  England,  1878  für  1,240,768
Mk.,  1879  für  1,821,156  Mk.  Auch  vegetabilisch ­
  csWachs,  von:  Wachsbaum
gewonnen,  welcher  teils  an  den  Rainen
der  Felder,  teils  am  Saum  von  Straßen,
namentlich  auf  der  Insel  Kiusiu,  gebaut
wird,  geht  zum  größten  Teil  nach  England ­
  (èondon).  Die  Ausfuhr  dieses  wichtigen ­
  Handelsartikels  bezifferte  sich  1878
auf  426,092,1879  aus  1,359,916  Mk.
Der  Mineralreicht  um  Japans  ist
eiir  sehr  großer  und  mannigfaltiger;
Eisen,  Kupfer,  Gold  und  Silber,  Kohlen
und  Petroleum  sind  in  bisher  noch  kaum
genügend  zu  schätzenden  Mengen  vorhanden. ­
  Bisher  hat  man  nur  gewonnen,
was  auf  der  Oberfläche  war,  da  man  es
nicht  verstand,  tiefer  zu  gehen.  Den  größten ­
  mineralischeil  Reichtum  bilden  die
Kohlen  und  zwar  Braunkohle  in  16,
Steinkohle  in  11  und  Anthracit  ill  2
Distrikten  des  Jnselreichs.  Nach  Munroe,
Professor  der  Geologie  itt  Tokio,  hat  die
von  Kohlenfeldern  eingenommene  Fläche

eine  AttSdehnung  von  13,000  qkm,  wovon ­
  allein  auf  das  große  Jskiharibecken
iil  Jesso  7768  qkm  entfallen;  andre
sehr  große  Becken  sind  in  Nippon,  Sikok
und  Kiusiu.  Die  gesamte  Kohlenproduktion
  belief  sich  1874  auf  396,240
metr.  Ton.,  1871  hatte  dieselbe  nur
112,369  metr.  T.  betragen.  Sie  hatte
also  um  das  Dreifache  zugenommen  und
ist  in  derselben  Progression  auch  in  den
jüngsten  Jahren  fortgeschritten.  Noch  ist
der  Abbau  aber  ein  sehr  primitiver,  die
Beteiligung  seit  kurzem  auch  Ausländern
und  ausländischem  Kapital  gestattet  worden ­
  ,  und  schon  bildet  Steinkohle  einen
wesentlichen  Exportartikel,  welcher  1878:
3,526,328  Mk.  und  1879:3,018,676  Mk.
betrug.  —  Mit  Eisen  ist  das  japanesische
Reich  im  Überfluß  bedacht;  die  Produktion
ist  zwar  noch  gering,  jedoch  im  Fortschreiten ­
  begriffen.  Die  Produktion  soll
1871:  9375  metr.  Ton.  betragen  haben,
für  1874  wird  dieselbe  mit  5080  metr.  T.
ini  Wert  voll  619,500  Mk.  angegeben.
Ein  reiches  Erzlager  von  2,4  —5,4  m
Mächtigkeit  befindet  sich  unweit  Tokio.
Hier  wurden  von  der  japanesischen  Regierung ­
  zwei  Holzkohlenhohöfen  sowie  ein
Walzwerk  angelegt,  welches  12  Puddelnild
  7  Flaminöfen,  einen  Dampfhammer
und  alle  sonstigen  neuesten  technischen  Einrichtuilgen
  aufzuweisen  hat.  Die  verwendete ­
  Kohle,  meist  Eichenkohle,  ist  vorzüglich. ­
  Zur  Erzeugung  von  Gußwaren
wird  auch  englisches  Roheisen  eingeführt.
Außer  Handhämmern  kannte  ilian  bis
vor  kurzem  keine  Werkzeuge  der  maschinellen ­
  Vorrichtungen  zur  Bearbeitung  des
Eisens.  Doch  ist  die  Qualität  des  Eisens
eine  vorzügliche  und  sind  die  aus  Eisen  und
Stahl  gefertigten  Werkzeuge  gut  ausgeführt. ­
  Eine  große  Maschinenbauanstalt,
die  erste  im  Reich,  wurde  1877  erbaut.
Englisches  und  belgisches  Eisen  sind  anr  beliebtesten. ­
  —  Die  Kupfer  Produktion  Japans ­
  beläuft  sich  auf  ca.  15,000  kg  jährlich.
Die  Ausfuhr  richtet  sich  fast  ausschließlich
nach  China  sowie  über  Hongkong  nach
Indien,  wo  das  Metall  zur  Anfertigung
von  Kochgerätschafteil  verwendet  wird.
Die  Ausfuhr  von  Kupfer  hatte  folgende
Bkrtc:  1878  :  3,381,300  Ms.,  1879:
            
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