Metadata : Geburtenrückgang u. Sozialreform

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C. Gründe des Geburtenrücdganges 17
Mary hat diejes „ehHerne Lohngejeß” nicht anerkannt, dagegen Ipricht
zr um jo {härfer von einer „relativen Übervölkerung“, der
iogenannten „indufjfiriellen Refervearmee“. SIede neue Er
Ändung, jede Neueinftellung‘ von Mafcdhinen part, erjegt MenfHenkräfte;
die jo „Freigefebten“ Arbeitsiräfte bilden eben jene „Rejervearmee“, die
mit ihren Angeboten immer wieder auf den Arbeitsnrarft drüct und fo
den Aufitieg der Klalje hemmt.
Alle diefe Aufitellungen: das Malthusihe Bevölferungsgeleß, das
„eherne Lohngefeß“, die Theorie der „indujtriellen Refervearmee“, gehen
auf den gleichen Gedanken hinaus, daß die große Kinderzahl die Urjache
der wirtjchaftliden Notjtände und inzbejondere der Niederhaltung des
Arbeiterjtandes bilde. Gewiß, der Gedanke erjdeint jo einleuchtend: der
Grund und Boden und der damit gegebene Nahrungsjpieltaum als Dipidend
 it eine gegebene Größe; je größer nun der Divijor, d. h. die Bahl
derer, die davon leben wollen, it, defto Heiner wird der Anteil, der auf den
einzelnen entfällt. Nicht minder leuchtet ein, daß mit. dem {teigenden Angebot
 der Hände, jei e& infolge der Vermehrung der Geburten, jei es durch
„SFreifeßung“ von Arbeitern, der „Preis“ der Arbeit — der Arbeitslohn —
jinfen muß. So war e& nicht zu vermwundern, wenn die ftark anwachjende
jozialijtiiche Bewegung Lajjallejdher wie Marzicher Ridtung in Reden,
Qiteratur und Preile mit Feuereifer diefe Lehren vortrug und die Ein-Idhränkung
 der Kinderzahl auch als eines der wichtigijten Mittel im Emanzipationsfampf
 der Arbeiter gegen das Kapital betrachtete. € war nicht
bloß ein Wortipiel, wenn fie mit dem „Gebhurtenftreif” drohte
und wenn in den legten Jahren noch der VBerjuch der Mehrheit des Neihstag
 zur Ginfghränkung der Verbreitung der Antikonzeptionzmittel als
„SGebärzwang“ geftentpelt und als ein bewußter Anjhlag der befigenden
Raflen gegen die Arbeiter Hingejtellt wurde, zu dem Zwede, dem „Alnfjenjtaat“
 „Kanonenfutter“ und den Arbeitgebern billiges Ausbhenutungsmaterial
zu liefern.) Die Wirkungen diefer Auffalfungen find denn au nicht ausgeblieben.
 Sie haben fidh in den von der Sozialdemokratie beherrichten
Gegenden und Mailen fo (tark geltend gemacht, daß in den legten Jahren
auch Hier eine gefunde Reaktion eingefebst Hat, indenı die ernitern Führer
doc {tubig geworden find und mit Nachdruck jede Gemeinjchait des
Soziakiamus mit dieflen Beitrzebungen ablehnten.

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) Gegen den ftaatlihen Gebärzwang. Reden und VBerfammlungsbericht. Hannover,
1918, Bolksbhuchhandlung. — Die offizielle Anerkennung des SGeburtenitreif3 als
proletariihen Kampfmittel8 der Partei wurde bekämpft z. B. im „Borwärts” vom
31. Sarli und 1. Auguft, vom 14. September 1913 (KXautsty), in den Verhandlungen
ber jozialijtifichen Frauenkonferenz („VBormwärts“ vom 18. November 1913), in den
„Sozialiftiichen Monatsheften” (3. B. Nr. 25, 1913). Leider daß dabei die tatfächliche
SGedurtenbeichränkung innerhalb der Arbeiterjchaft immer wieder Hrinzibiell und
Yraktiich nerechtfertiat oder doch entichuldiat wird.

Üite. eburtenrüdaung und Sozialreforut ?
            
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