Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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fehlgreifenden  Gcmüthslogik  oder  vielmehr  Unlogik  verfälschen
musste.
Nebenbei  sei  noch  bemerkt,  dass  auch  der  Selbsttödtiingsversuch
  im  Leben  Comtes  nicht  gefehlt  hat,  wenn  er  auch
sehr  frühzeitig  cintrât.  Ihm  war  eine  Wahnsinnsepisode  vorangegangen, ­
  die  allenfalls  als  Gegenstück  des  St.  Simonschen
Experimentaljahrs  gelten  kann.  Der  Gang  der  wissenschaftlichen ­
  Entwürfe  und  der  daran  geknüpften  Entwicklung  der
Ideen  stimmte  ebenfalls  ziemlich  überein,  nur  mit  dem  Unterschiede, ­
  dass  einem  Comte  die  erste  Hälfte  des  St.  Simonschen
Lebens,  d.  h.  die  Erfahrung  in  technisch  industriellen  Unternehmungen ­
  und  die  Einlassung  mit  der  ökonomischen  Seite
der  Verhältnisse  nicht  zu  statten  kam.  Hiefür  sah  er  sich
allerdings  ein  wenig  durch  die  genauere  Kenntniss  des  exacten
Gebiets  und  durch  eine  relativ  mehr  vom  Verstände  getragene ­
  Auffassungsart  entschädigt.  Dennoch  kann  man  aber
die  Rollen  beider  Naturen  sehr  wohl  in  eine  einzige  zusammenfassen ­
  und,  soweit  das  allgemeine  System  in  Frage  ist,  gradezu
behaupten,  dass  es  sich  auch  in  der  positiven  Philosophie
und  in  alledem,  was  die  Gesellschaftslehre  betrifft,  nur  um
eine  Fortsetzung  und  Entwicklung,  zum  Theil  aber  auch
nur  um  die  einseitige  Ausbildung  eines  in  der  ursprünglichen
Idee  des  Lehrers  weit  umfassender  angelegten  Plans  gehandelt ­
  habe.
Die  positive  Philosophie  A.  Comtes  gehört  an  sich  selbst
nicht  zu  unserm  Gegenstände.  Hieraus  ergiebt  sich  der  Nachtheil, ­
  dass  ihr  Vertreter  ungeachtet  seines  Anspruchs,  eine
Socialtheorie,  die  er  Sociologie  nennt,  entwickelt  zu  haben,
dennoch  für  diesen  Punkt  im  Vergleich  mit  St.  Simon  kaum
in  Betracht  kommen  kann.  Man  prüfe  beispielsweise  die  ziemlich ­
  leeren  Allgemeinheiten,  die  als  Statik  und  Dynamik  der
Gesellschaft  im  Comteschen  Hauptwerk,  dem  „Cuisus  der
positiven  Philosophie”  (Band  4  erste  Abth.  Paris  1839)  dargelogt
  worden.  In  den  beiden  betreffenden  Vorlesungen  musste
es  sich  zeigen,  ob  Comte  über  materiell  erhebliche  Ideen  und
neue  Einsichten  verfügte.  Er  reproducirte  indessen  in  der
Hauptsache  nur  die  Grundgedanken,  die  er  schon  als  Mitarbeiter ­
  St.  Simons  circa  15  Jahre  früher  in  der  kleinen  unter
dem  Namen  einer  positiven  Politik  als  3.  Heft  des  „Katechismus
der  Industriellen”  veröffentlichen  Schrift,  entwickelt  hatte.
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