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haften Anmerkungsnotizen in der Geschichte unserer Wissen
schaft etwas bedeuten könnte, dann würde das Rausche Lehr
buch, welches zuerst 182G—37 erschien, allerdings eine Berück
sichtigung erheischen. So aber hat es nur zur Kennzeichnung
des im ökonomischen Universitätsunterricht wirklich möglich
Gewesenen einigen Werth. Da es aber einmal erwähnt ist,
so soll auch nicht verschwiegen werden, dass es wenigstens
den Vorzug hat, nicht gleich seinem späteren weniger verläss
lichen Nachfolger ein Bruchstück geblieben zu sein. Der 1870
verstorbene Rau hatte den Umfang seiner Aufgabe wenigstens
vollständig durchmessen; er hatte die Volks wir thsc haftslehro,
sowie in äusserlicher Trennung von derselben die Volkswirth-
schaftspolitik und zum Schluss als dritte Ilauptabtheilung noch
eine specielle Finanzwissenschaft redigirt, während das spätere
Roschersche Handbuch grade die wichtigsten Partien, nämlich
die mit den Manufacturen und dem Handel in engerer Bezie
hung stehenden Lehrstoffe bis jetzt, wahrscheinlich als zu mo
derne und nicht classisch behandelbare Themata, auf sich be
ruhen Hess. Von dem Veralten solcher Erscheinungen soll
hier nicht die Rede sein, da derartige Handbücher, zumal im
Gebiet der noch schlecht constituirten Wissenszweige, in der
Regel schon veraltet zur Welt kommen, indem sie in den
entscheidenden Hauptpunkten meist ein Menschenalter hinter
demjenigen Stande der Wissensentwicklung zurückzustehen
pflegen, welcher, ich will gar nicht sagen Von den bahnbrechen
den Geistern, sondern nur von den hervorragenden Capacitäten
zweiter Ordnung bereits erreicht ist. Auch können selbst
verständlich spätere Auflagen da nicht durch blosse Notiz-
nahme von unverstandenen Vorgängen nachhelfen, wo schon
die erste Geburt den Grundfehler an sich getragen hatte. Das
Rausche Lehrbuch war von vornherein noch nicht in Ricardo
scher W^eise gefärbt. Diese letztere W^endung erfolgte erst,
so gut es sich machen wollte, in dem analogen Handbuch der
zweiten Generation, von dem wir seiner historischen An
maassungen wegen nach der Behandlung Lists noch Einiges
bemerken werden. An dieser Stelle haben wir für den ein
sichtigen Leser wohl genug gesagt, um anzudeuten, dass mehr
zu sagen überflüssig sein würde. Glücklicherweise gelangen
wir jetzt zu einem Gegenstände, der uns dafür entschädigen
wird, dass wir in unserer letzten Nummer uns mit einem