Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Herrn  Rogers,  die  Arbeit  Tookes  ein  halbes  Jahrtausend  rückwärts ­
  zu  ergänzen  und  auf  die  mittelalterlichen  Wirthschaftsrechnungen
  Englischer  Corporationen  ein  entscheidendes  Rai-.sonnement
  zu  begründen,  darf  aber  ernstlich  noch  weit  weniger
die  Rede  sein,  wo  es  sich  um  mehr  als  vereinzelte  historische
Beiträge  zur  Symptomatik  der  materiellen  Culturvorhältnisso
handeln  soll.  Doch  haben  wir  diese  mehr  der  statistischen
Materialienkunde  als  dem  Gegenstand  unserer  Geschichte  angehörigen
  Arbeiten  nur  des  Contrastes  wegen  angeführt,  in
welchem  sich  die  Macleodsche  Geistesarbeit  zu  solchen  angeblichen ­
  Bereicherungen  der  volkswirthschaftlichen  Theorie  befindet. ­
  Wenn  die  Nationalökonomie  zu  einer  strengeren
Wissenschaft  werden  soll,  so  wird  sie  den  rationalen  Zusammenhang
  über  alles  Andere  zu  stellen  und  bei  allem  Positivismus
in  der  Berücksichtigung  oder  Beschaffung  erheblicher  Thatsachon
dennoch  an  der  Schottischen  Tradition  festzuhalten  haben,  deren
vollkommenstes  Vorbild  in  Rücksicht  auf  die  Methode  in  Hume
zu  suchen  ist.  Sie  wird  daher  nicht  in  die  Epigonenhaftigkeit
eines  kritikarmen  Materialioncultus  verfallen  dürfen,  möge  sich
derselbe  historisch  oder  statistisch  nennen.  Ihre  Stärke  hat
bis  zu  den  neusten  schöpferischen  Wendungen  jederzeit  im
durchgreifenden  Denken  über  wirklich  erhebliche  Thatsachen
und  zwar  regelmässig  in  einem  solchen  Denken  bestanden,  wie
es  von  der  blossen  Schulroutine  niemals  producirt  wird.  Als
ein  greifbarer  Beweis  hiefür  sei  daher  noch  in  Erinnerung  gebracht, ­
  dass  die  ganze  Geschichte  der  Nationalökonomie  keinen
einzigen  Vertreter  ersten  Ranges,  ja  kaum  einen  vom  zweiten
aufzuweisen  hat,  der  nicht  ausserhalb  der  Ueberlieferung  der
Lehranstalten  und  ausser  Zusammenhang  mit  denselben,  in
meist  autodidaktischer  Kraftentfaltung  das  geleistet  hätte,  wodurch ­
  er  im  Zutrefienden  oder  Verfehlten  für  den  Entwicklungsgang ­
  der  Einsichten  dauernde  Bedeutung  und  einen  Platz
in  der  Reihe  der  schöpferischen  Geister  erlangt  hat.  Man
denke  an  die  Petty  und  Locke,  Boisguillebert,  Vauban  und
Quesnay,  dann  an  Hume  und  Smith,  ja  selbst  an  einen  Ricardo;
ferner  an  die  Thünen,  List  und  Carey,  ja  auch  an  Bastiat  und
an  die  Thatsache,  dass  wir  sogar  bei  den  Schriftstellern  von
einem  weniger  hohen  Range,  wie  Stuart  Mill,  ein  ähnliches
Verhältniss  beobachtet  haben.
            
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