§ 4. Definitionen, Begriffe und Theorien.
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§ 4.
Definitionen, Begriffe und Theorien: Relativität der Bedeutung
einer Gelddefinition. Individuelle Differenz der
Entstehung von Geldbegriffen. Verhältnis von Geldbegriff
und Geldtheorie. Eigene Definition für den Zweck dieser
Untersuchung. Relativistische Auffassung von der Geltung
einer Geldtheorie.
Was ist Geld? Vergebens sucht man in den Lehrbüchern
der Nationalökonomie, in den Schriften über Geld, in den
Münz- und Bankgesetzen der Staaten nach einer Definition,
deren objektive Geltung einleuchtete, für die eine Norm in
den Dingen zu liegen schiene. Vergebens sucht man sich zu
überzeugen, daß dieser oder jener Schriftsteller »recht« habe,
wenn er den Geldbegriff so oder so einschränkt. Wer Muscheln
und Vieh als Tausch- oder Zahlungsmittel primitiver
Völker zum Gelde rechnet, hat der recht? Oder wer nur das
vom Staate auf Gewicht und Feingehalt beglaubigte Stück
Metall Geld nennt? Kann auch ungeprägtes Metall Geld
heißen? Ist die richtige Definition die, welche der Banknote
die Geldqualität zuspricht, oder vielleicht nur der uneinlöslichen
Banknote mit Zwangskurs? Soll das Geld überhaupt
gleichbedeutend sein mit einem Zahlungsmittel, das gewissen
Bedingungen genügt? Oder mit gesetzlichem Zahlungsmittel?
Oder aber ist Geld — ungeachtet der Zahlungsmitteleigenschaft
— »dasjenige, in dem der Preis vereinbart
wird?« (Richard Hildebrand.) Soll man dasjenige
»Geld« nennen, was »objektiv«, »numerisch«, reine Zahl ,
»das rein vertretbare Ding« ist (Soda)? Was nur das Quantitative
der Dinge darstellt, das Gelten der Dinge ohne die
Dinge selbst (Simmel)? Was Tauschwert hat ohne Konsumtionswert
und nie um seiner selbst willen begehrt wird, sondern
nur als Vermittler? Und so ließen sich weitere Unter