fullscreen: Die Heimarbeit im Kriege

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würden überdies nur dann und so lange Abhilfe zu schaffen geeignet fein, 
wie die Firma Dierig in ihrer Gellenauer Fabrik ausreichende Beschäfti 
gung für die Handweber hat; zu Zeiten stockenden Absatzes würde den 
Handwebern ein höherer Arbeitsverdienst auch nach Errichtung von Schlaf- 
sälen von der Firma nicht unbedingt zugeführt werden können. 
4. Eisenbahn. Der Bau einer Eisenbahn von Bahnhof Kudowa- 
Sackisch über Tscherbeneh und Straußeneh nach Bukowine erscheint als 
die einzige wirklich befriedigende Lösung der Schwierigkeiten. Die Eisen 
bahn würde es den Bewohnern der drei Orte ermöglichen, täglich früh 
morgens zur Fabrik nach Gellenau und abends heim zu fahren. Dann 
haben die Leute die Möglichkeit, sich in der Fabrik beim Mehrstuhlshstem 
einen erhöhten Arbeitsverdienst zu schaffen und dadurch ihre gesamte 
Lebenshaltung zu verbessern, ohne daß das Familienleben gestört würde. 
Zudem sind sie nicht auf die Fabrik in Gellenau allein angewiesen, son 
dern können auch andere Beschäftigung finden in den übrigen Betrieben, 
die in und um Gellenau und Kudowa vorhanden sind und vielleicht noch 
entstehen werden. Das ist besoners wichtig für den Fall, daß einmal 
der Absatz der Firma Christian Dierig stocken sollte und diese daher dann 
nicht alle Leute sollte beschäftigen können. Durch den Bau einer Eisen 
bahn würde zugleich der Fremdenverkehr in die landschaftlich sehr schöne 
Gegend gelenkt werden, dadurch würden sich in den Sommermonaten 
die Erwerbsmöglichkeiten der Bevölkerung ohne weiteres erheblich stei 
gern. Die Eisenbahn würde auch einer günstigen Verwertung der Wal 
dungen und Steinbrüche dienstbar gemacht werven können, wodurch eben 
falls der Bevölkerung die hierin liegenden Erwerbsmöglichkeiten erweitert 
werden würden. Schließlich würde die Eisenbahn die wirksamste Gegen 
wehr gegen die bisher häufig vorkommenden Verwandtenheiraten der 
Bevölkerung mit ihren degenerierenden Folgeerscheinungen bei dem Nach 
wüchse darstellen. 
5. Dringlichkeit. Die Schaffung von Abhilfe ist deshalb dring 
lich, weil es den Fabriken nur noch verhältnismäßig kurze Zeit gelingen 
dürfte, die Hand gewebte Baumv. ollbuntware, die in den Orten Tscherbe- 
ney, Straußeney und Bukowine hauptsächlich hergestellt wird, im Kon 
sum unterzubringen. Die mechanisch gewebte Ware ist bedeutend gleich 
mäßiger und weniger fehlerhaft als die Handware, ihr wird daher von 
dem Zwischenhandel und dem Publikum der Vorzug gegeben. Da der 
Zwischenhandel und das Publikum nicht weiß, daß die Ware handgewebt 
ist, wohl aber die Ungleichmäßigkeit und Fehlerhaftigkeit erkennt, so be 
steht, vom Standpunkte des Webereibesitzers aus betrachtet, die Gefahr, 
s daß, wenn er Handware in den Handel bringt, unter den Abnehmern das 
: zu Unrecht verallgemeinerte Urteil aufkommt, alle seine Fabrikate, auch 
sdie mechanisch gewebten, seien fehlerhaft. Der Webereibesiher muß da-
	        
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