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,Der Wertgedanke“,
„Wohl über keinen Gegenstand der Nationalökonomie ist die Literatur
eine so ausgedehnte, sind die Ansichten so verschiedene, als über den Wert.
Aber von keiner jener Untersuchungen kann gesagt werden, daß sie grund
sätzlich die Herrschaft erlangt habe: in unentschiedenem Streite stehen sie
einander gegenüber, und es verbleibt für jeden, der über diesen grundlegenden
und wissenschaftlich noch immer problematischen Begriff der Volkswirtschafts
lehre zur Klarheit gelangen will, vor allem die Aufgabe: in einer notge
drungenen Auseinandersetzung mit den Vorgängern zuzusehen, wie sich deren
zum Teil so scharfsinnige Untersuchungen in förderlicher Weise verwenden
lassen.“ (O. Gerlach, a. a. O. S. i.)
„Zunächst löste man Schritt für Schritt den eigentlichen Wert von der
bloßen Nützlichkeit ab. Die ersten Versuche in dieser Richtung waren aller
dings noch wenig glücklich. So war die Betonung, daß der Wert immer
in einem subjektiven menschlichen Urteil über die Nützlichkeit fußen müsse
(Storch, Lotz, Friedländer u. a.) zwar ganz richtig, aber noch nicht
ausreichend, während die von anderen (z. B. Soden, Rau, Knies) ver
tretene Auffassung, daß der Wert der Grad der Nützlichkeit sei, mehr nur
eine dialektische als eine sachliche und zudem kaum eine zutreffende Unter
scheidung beider Begriffe bedeutete. —“
(E. v. Böhm-Bawerk, Art. „Wert“ im „Handwörterbuch usw.“
von Conrad usw., S. 684.)
„Der Gedanke, daß der Wert seinem Wesen nach in der Beziehung der
Güter zu den Bedürfnissen gelegen sei und seiner Größe nach durch den
Nutzen bestimmt werde, welchen die Güter in Hinsicht auf die Befriedigung
von Bedürfnissen gewähren, ist im Gegensätze zur Lehre der englischen
Tauschwertschule schon von den älteren deutschen Volkswirten Jacob,
Soden, Lotz, Hufeland und Storch, sowie von dem französischen
Volkswirte Louis Say ausgesprochen und weiterhin von Rau, Herman
— festgehalten worden.“
(v. Komorzynski, D. Wert i. d. isol. Wft. Wien 89, S. 65.)
„Knies erkennt in dem Werte, gleich wie viele seiner Vorgänger den
Grad der Brauchbarkeit eines Gutes für menschliche Zwecke, eine Ansicht,
welcher ich jedoch um dessentwillen nicht folgen kann. —“
(Menger, Grundsätze der V. W. L., S. 78, Anm.)
„Die Grundzüge, die wesentlichen Leitsätze der Lehre vom Wert ent
stammen dem Denken des Mittelalters.“
(Dietzel, Theoretische Sozialökonomik. 1. Band, von Wagner,
Lehr- und Handbuch, 95, S. 210.)
„Die bedeutendste Anregung, um das Wesen des Wertes zu erfassen,
hat meines Erachtens C. Menger gegeben.“
(Zuckerkandel, Z. Th. d. Preises, S. 317.)