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Wurde seine Siebenprozentige nicht zur genauen Zeit
bezahlt, so machte er unbeugsam Gebrauch von jedem
Recht, das ihm das Gesetz gab. Die Gerichte arbeiteten
schnell für ihn. Parzelle auf Parzelle, Besitz auf Besitz
brachte er an sich. Die Angst der Familien, die Sorge und
Not der Gemeinde, die Verzweiflung, der Ruin, der viele
zu Bettel und Prostitution, andere zu Mord und Selbstmord
trieb, hatte auf ihn keine andere Wirkung, als ihn noch
eifriger und energischer in der Ausnutzung der Tragödien
anderer zu machen.
Nun zeigte sich die Wirkung jener zentripetalen Kraft,
die den periodischen Krisen anhaftet : daß sie nämlich nichts
als leichte Mittel sind, wodurch die ganz Reichen sich in den
Besitz von immer mehr von den allgemeinen Erzeugnissen
und Besitztümern setzen können. Die Reihen der kleinen
Grundbesitzer wurden durch die Krise von 1837 stark ge-
lichtet, und die Zahl der selbständigen Geschäftsleute ging
sehr zurück, ein beträchtlicher Teil beider Klassen wurde
in die Armee der Lohnarbeiter hinabgezwungen.
Astors Reichtum vervielfacht sich
Innerhalb weniger Jahre nach der Panik von 1837 ver-
vielfachte Astors Vermögen sich ins Ungeheure. Die Ge-
schäfte erholten sich, die Werte wuchsen. Jetzt strömte
die Einwanderung dicht herbei. Im Jahre 1843 kamen
60 000 Einwanderer im Hafen von New York an. Vier
Jahre später betrug ihre Zahl 129 000 im Jahr. Bald stieg
sie auf 300 000 und seitdem hat sie sich nur immer ver-
größert. Ein großer Teil dieser Einwanderer blieb in New
York. Die Nachfrage nach Grund und Boden war so groß
wie nie, die Stadt wuchs schneller und schneller. Was
vor wenigen Jahren noch ein Bauplatz gewesen war, trug
jetzt eine kleine Menschheit; Grundbesitzertum und Höhlen
der Armut blühten nebeneinander. Das abgelegene Farm-,
Felsen- und Sumpfland der Stadt New York von 1812 mit
seinen 100000 Einwohnern war 1840 eine dichtbesetzte Stadt
mit 317 712 Einwohnern und zählte 1850 nahezu eine halbe
Million. Wie schwer der Arbeiter auch schuftete, er wurde