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Bildende Kunst und Musik. 581 
dunkel heraus gemacht worden zu sein, und er war jedenfalls 
don Vorgängen begleitet, die schon an dieser Stelle dazu 
nötigen, mit zwei Worten auf die allgemeine Bewegung der 
Malerei im 19. Jahrhundert einzugehen. Aus Gründen, die 
bald zur Darstellung gelangen sollen, setzte die Malerei in dem 
Deutschland des 19. Jahrhunderts nach vorübergehenden oder 
wenigstens nicht völlig zum Siege gelangenden Neigungen zum 
freien Licht mit einer bloßen Umrißkunst ein. Es war ein 
Zurückfallen gleichsam auf die Anfänge aller Kunst; es war, 
As ob das 19. Jahrhundert in einem Wiederholungskurs des 
früher Erlernten und Erreichten hingehen solle. In der Tat war 
hder Umriß der Kunst eines Carstens und Overbeck und Cornelius 
oielfach konventionell, stand also entwicklungsges chichtlich eigent⸗ 
lich auf der Höhe der Kunst des 14., allenfalls des 15. und 
16. Jahrhunderts. Von da ging man dann wohl rasch zur Farbe 
fort, aber zunächst auch nur zur Lokalfarbe nach der Weise des 
14. 15. und 16. Jahrhunderts. Dann, im Grunde und ganz 
erst seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, näherte man 
sich den Problemlösungen des 17. Jahrhunderts; der Realismus 
der Farbe dieser Zeit, das Helldunkel, tauchte auf!. 
Verlief nun, das ist die Frage, diese ganze Zeit tatsächlich 
nur in einer schlechthin nachahmenden Wiederholung früherer 
Schaffensperioden? Wir werden später sehen, daß schon die 
ältesten Meister dieser nachahmenden Kunst zugleich recht natura— 
listische Skizzen im Sinne der großen Kunst des 17. Jahr⸗ 
hunderts, wenn auch nicht mit vollem Erfolg gemacht haben, 
imd daß gleichzeitig neben ihnen da und dort stille Schulen 
auf der Grundlage der Malweise des 17. und 18. Jahrhunderts 
fortblühten, ja sich sogar schon früh den neuen Problem— 
stellungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts näherten. 
1An dieser Stelle sei bemerkt, daß der ganze Abschnitt über die 
bildende Kunst in diesem Bande im Jahre 1899 geschrieben ist. Anderungen, 
die der wissenschaftliche Ertrag der Berliner Jahrhundert-Ausstellung des 
Jahres 1906 an einzelnen, nicht zu zahlreichen Stellen nahelegen könnte, 
sollen erst dann vorgenommen werden, wenn dieier Ertrag in wissen— 
chaftlich abgeklärter Form vorliegt.
	        
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