Bocoholz
61
Bohröle
fettes Öl, ferner ein unangenehm riechendes
ätherisches Öl, 22 °/o Aleuron, Trigonellin und
andere Bestandteile. Man unterscheidet hellen
und dunklen Samen, ersterer ist teurer. Die ge
pulverten B. besitzen einen aromatischen, an
Melilot erinnernden Geruch und schleimig bitte
ren Geschmack und werden als Zusatz zu Kräu
terkäse, zu Viehpulvern und Umschlägen nach
Kneipp usw. verwendet.
Bocoholz, ein feines Nutzholz für die Kunst
tischlerei von der in Guyana wachsenden Bo-
coa provacensis, besitzt einen braunschwar
zen Kern mit unregelmäßigen Konturen.
Bogheadkohle, eine bituminöse Schieferkohle
aus Schottland, welche sich besonders zu Destil
lationszwecken eignet.
Bohnen (lat. Fabae, frz. Fdves, Haricots, engl.
Beans). i.Schmink-Gartenbohne, Phaseolus,
eine in 60 Arten auf der ganzen Erde verbreitete
Gemüsepflanze, wird auch bei uns, besonders in
den Gattungen vielblütige Schm., Ph. oder
Lipusa muldflorus und gemeine Schm., Stan
gen- oder Vietsbohne, Ph. vulgaris, in großem
Umfange angebaut. Die erste Gattung, zu der
auch die Feuerbohne (türkische oder anatoli-
sche B.) gehört, stammt aus Südamerika, die
letztere mit der Busch- oder Zwergbohne
aus Ostindien. Als wichtige Abarten der ge
meinen B. seien angeführt: die flache Schwert
oder Speckbohne, Ph. compressus, mit säbel
förmigen, lang zugespitzten Hülsen, die Eß-
bohne oder Salatbohne, Ph. gonospermus,
die Dattelbohne, Ph. elongatus, mit langge-
s chnäbelten geraden, Hülsen und dattelkern
förmigen Samen, die Eierbohne, Ph. ellipti-
cus, mit kurzen, geraden Hülsen und eiförmi
gen Samen, und die halbflache B., Ph. sub-
oornpressus, mit säbelförmigen, lang zugespitz-
te n Hülsen und nierenförmigen Samen. Alle
yorstehend genannten Arten werden in der
Hauptsache als grünes Gemüse, auch als Dörr-
Semüse oder mit Salz eingemacht oder in Blech
büchsen konserviert, verbraucht. Zur Gewin
nung der reifen Samen, der trockenen, weißen
“°hnen, dient besonders eine Abart von Ph.
ootnpressus, Ph. var. albus. Die weißen B.,
ü' e in handelsfähiger Ware schön weiß und
Slatt, in vorjähriger Ware hingegen grau und
runzlig erscheinen, bilden eines der gehaltreich
en Nahrungsmittel, denn sie enthalten neben
ii j 2 4°/o Wasser, 1,960/0 Fett, 55,600/0 Stärke und
3.66 o/ 0 Asche durchschnittlich 23,66 o/ 0 Stickstoff-
Substanz (Eiweiß). Die Bohnenzucht wird in
eutschland besonders bei Erfurt, noch aus
gedehnter aber in Holland, Italien, England und
rankreich (Angiens) betrieben. — Außerhalb
_ Uropas finden besonders folgende Arten Ver
ödung; die Mungobohne, Ph. Mungo, eine
® r wichtigsten Nahrungspflanzen Ostindiens,
. 16 sich auch nach Afrika und Südeuropa ver-
rettet hat; die Strahlenbohne, Ph. radiatus,
le in ganz Ostasien von China bis Ostindien
'/ e gen ihrer nahrhaften Samen angebaut wird:
Jb'fer wichtig die Similibohne, Ph. trilobus,
na die Muxbohne, Ph. Mux, in China, Japan,
p v a und Ostindien. 2. Puffbohne, Saubohne,
«debohne, Faba vulgaris (Vicia faba oder
^‘garis), eine aus Persien und Ägypten stam-
c nde Leguminose, wird nur in einigen Gegen
den Norddeutschlands (Hannover) gärtnerisch
als Gemüsepflanze, in großem Umfange aber in
Deutschland, Holland und England als Vieh
futter angebaut. Der Anbau erfolgt meist in
Reihenkultur auf etwas bündigem und feuchtem
Boden und wird durch Blattläuse, Bohnenkäfer
und Rostpilze gefährdet. Die jungen, grünen
Samen bilden ein in Hannover als „große oder
dicke Bohnen“ sehr geschätztes Gemüse, die
reifen braunen Samen ein vortreffliches stick
stoffreiches Viehfutter. Auch das Kraut wird
im grünen Zustande oder als Stroh verfüttert.
3. Faselbohne, Heilbohne, Dolichos Lablab,
wird als Gemüse- und Futterpflanze in wärme
ren Klimaten (Ägypten, Sudan) angebaut. —
‘Die ihr verwandte Art Dolichos Soja s. unter
Soja. Als Bohnenmehl (lat. Fabae albae pulv.,
frz. Farine de föves, engl. Bean-meal) bildet
das Pulver zu trockenen Umschlägen gegen
Rose usw. einen Gegenstand des Arzneimittel
handels.
Bohnenkraut (Saturey, Wurstkraut,Kölle,
Pfefferkraut, lat, Herba saturejae, frz. Sa-
riette, engl. Savory), ein gewürzhaft riechendes
und schmeckendes Kraut (Satureja horten-
sis), wird vielfach bei uns angebaut und so
wohl im frischen als auch im getrockneten Zu
stande in den Handel gebracht und als Würze
für Bohnen, pikante Soßen usw. verwandt. .
Bohnermasse, Bohnerwachs, nennt man
Wachsmischungen, die dazu dienen, Möbeln,
Fußböden, Linoleumteppichen usw. Glanz zu
geben, und zu diesem Zwecke aufgetragen und
verrieben werden. Man unterscheidet flüssige
und feste B., von denen die letzteren durch Zu
sammenschmelzen von I Teil Wachs oder Zere
sin mit 3 Teilen Terpentinöl bereitet werden.
Bei Zusatz von mehr Terpentinöl oder auch
Benzin erhält man eine flüssigere B r Kommt
es auf sehr harte Wachsüberzüge an, so ersetzt
man das Wachs durch eine Mischung aus Kar-
naubawachs und Paraffin, muß aber dann die
Menge des Terpentinöls ein wenig erhöhen.
Flüssige B. wird bereitet, indem man geschmol
zenes Wachs mit Pottasche und Wasser teil
weise verseift. Es entsteht dann gewissermaßen
eine überfettete Wachsseife, die aber wegen
ihres Alkaligehaltes niemals dort angewandt
werden darf, wo ein Ölfarbenuntergrund vor
handen ist, z. B. für Linoleumteppiche. Bei der
flüssigen B. kann das Bienenwachs niemals durch
Paraffin oder Zeresin ersetzt werden, da diese
nicht verseifbar sind.
Bohröle, Bohrfette, sind Stoffe, die in wäß
riger Lösung oder Emulsion beim Bohren, Fräsen
und Drehen zum Benetzen der Werkzeuge und
Gußstücke benutzt werden, um einerseits, das
Gleiten der Metallteile zu befördern und gleich
zeitig zu kühlen. Sie müssen also eine größere
Benetzbarkeit als Wasser zeigen und dürfen
weder das Metall angreifen, noch feste Stoffe
ausscheiden. Am besten erfüllten diesen Zweck
die im Frieden ausschließlich benutzten sog.
wasserlöslichen Mineralöle, die durchAuf-
lösen von Ammoniak-, Kali- oder Natronseifen
von Ölsäuren, Fettschwefelsäuren, Plarzsäuren
und Naphtensäuren in Mineralölen, häufig unter
Zusatz von Ammoniak, Benzin oder Alkohol
hergestellt wurden. Sie bilden mit Wasser lange