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ALLGEMEINE VERHÄI.TNISSE. - Sterblichkeit.,
So war schon nach einem Jahre der ursprüngliche Unterschied aus
geglichen, und von da an ergab sich durch alle Altersclassen eine Ueber-
zahl der weiblichen Bevölkerung. — Auch Quetelet fand in Belgien
(nicht nur im Durchschnitte, sondern in allen einzelnen Provinzen),
dass nach Ablauf eines Jahres das Gleichgewicht bereits nahezu herge
stellt war. Nach den Mortalitätslisten aus England vom Jahre 1841 war
dort die Ueberzahl der Knaben schon etwas vor vollständigem Ablaufe
des ersten Jahres verschwunden. In Preussen hat der treffliche Beobach
ter Engel ermittelt, dass die Sterblichkeit der Frauen die grössere ist
blos in den Jahren 10—14, dann 25—40, endlich über GO; in allen
anderen ist sie geringer. — Eine Aufnahme in Oesterreich im Jahre
1851 (nicht im ganzen Staate, sondern mit Ausschluss von Wien, Italien,
Dalmatien, Serbien, Banat, Kroatien und Slavonien) ergab folgende
Zahl der Sterbfälle :
Ehelich Unehelich
männl. weibl. männl. weibl.
von Geburt bis 1 Mon. incl. 01,080 46,806 8,705 7,567
1- 2 Monate - 13,407 10,825 2,566 2,202
2- 3 - - 10,336 8,281 1,806 1,761
3- - 6 - 18,656 14,850 2,027 2,617
6— 9 - - 13,243 11,107 1,486 1,431
9—12 - - 15,036 13,903 1,333 1,401
_ 12—18 - - 17,209 16,071 1,591 1,503
- I Yz—2 Jahre - 13,346 13,200 075 1,028
2— 3 - - 15,512 14,448 984 1,055
3— 4 - - 9,325 0,007 516 585
4— 5 - - 8,053 7,346 405 480
Zusammen in 5 Altersjahren 106,103 166,343
23,384 21,819
Von 1000 Lebendgebornen starben also schon im Geburtsjahre ;
männlich weiblich Unterschied
eheliche Kinder 248 212 36
uneheliche - 361 342 10
In Frankreich erschienen 1854 {Siatisii^ue de la Fra7ice, deuxième
série, tome 4) schon bei den Todtgebornen : die Knaben mit 23,544,
gegen nur 10,234 Mädchen. Auf 100 todtgeborne Mädchen kamen also
nicht weniger als 145,03 todtgeborne Knaben, und zwar stellt sich bei
diesen Todtgeburten das Verhältniss ziemlich merkwürdig; auf je 100
todtgeborne Mädchen ;
ehel. Knaben
im Seinedepartement 124,77
in den übrigen Städten. 142,31
auf dem Lande . . . 157,67
Mittelzahl 140,87
unehel. Knaben
132,38
116,97
108,78
116,89
Gesammt-
Todtgeborten
126,90
137.03
152,37
145.03
Von 10,000 Lebendiggebornen starben dann im 1. Jahre: 1844
Knaben, 1507 Mädchen, Unterschied 337 I In den nächsten 3 Jahren
starben von den übrig gebliebenen 8150 Knaben wieder 1078, von den
8493 Mädchen (also einer grösseren Anzahl 1) nur 1040.
In Folge dieser Verhältnisse erlangt die weibliche Bevölkerung
durchschnittlich ein längeres Leben, als die männliche , wie dies im All
gemeinen aus allen Sterblisten zu ersehen ist (vergl. S. 483 u. 480).
Wir erwähnen hier nur noch, bezüglich der einzelnen Schwankungen,