Full text : Das Finanzsystem des deutschen Reiches in politischer und wirtschaftlicher Beziehung

Ill

ginangpolitifd)  ift  ja  nun  gegen  NSertgöIle  allerlei  einguwenben,
namentlich  bas,  ba^  hr  (Ertrag  bureaus  nid)t  feft  fteht,  inbem  er
nicht  nur,  wie  beim  ©ewihtsgoll,  oon  ber  (Einfuhrmenge,  fonbern
auch  oom  Nfarftpreis  abhängt.
2Iu^  bereitet  bie  richtige  (Erhebung  grofje  tehnifhe  Sd)wierigfeiten,
  gang  abgefehen  baoon,  bafj  bie  fortwährende  $rojeftmacherei
  für  Xabafbefteuerung  £anbel  unb  ^nbuftrie  in  einer
51rt  unb  2Beife  beunruhigen,  bie  ber  ©ntwidelung  biefer  (bewerbe
hinberlicher  ift,  als  eine  ein  für  allemal  feftgelegte  felbft  recht  hohe
Steuer,  auf  bie  man  fid)  bann  einrid^ten  würbe,  immerhin  ift
nid^t  abgufehen,  warum  man  nidjt  auch  tn  Deutfhlanb  mit  bem
SBertgollfpftem  fertig  werben  würbe,  fo  gut,  wie  bas  ben  Vereinig
  ten  Staaten  gelingt,  Nllerbings  ift  ein  2BertgolIfoftem  gur
alleinigen  Vafis  eines  gangen  Staatsfinangbaues  oöllig  ungeeignet,
  wie  bie  Veifpiele  oieler  eawtifher  Staaten  geigen,  beren  Waffen
in  3eüen  wirtfhaftlicher  Niebergänge  ausnahmslos  leer  finb.
Sßenn  wir  nun  im  gangen  unfere  bisherigen  g-eftftellungen
bahin  reiapitulieren,  baff  unfer  beutfdfes  Neihsfteuerhftem  rneber
ausreid^enb,  nod)  beweglich,  noch  ouh  fogialpolitifh  empfehlens*
wert  ift,  fo  bebarf  es  eigentlich  feiner  langen  Ausführungen  mehr,
bajg  bie  unter  bas  uolfsmirtfchaftliche  ^ringip  fallenbe  Sluswahl
ber  Steuerquellen  unb  ber  Steuerarten  ben  beutfdjen  Staats^
männern  entfliehen  nicf)t  geglüdft  ift,  wenigftens  nicht  oollftänbig.
Vis  Steuerquelle  hot  man,  inbem  man  ben  menfdjlichen  Vebarf
an  Nahrungsmitteln  ufw.,  ben  ^anbelsoerfehr,  bie  ^robuftion
oielgebrauchter  ©egenftänbe  (3nder,  Vier  ufw.),  als  Eingriffs:
objefte  auserfah,  ausfhlieph  im  lebten  ©runbe  ben  Vefh  ber
-ftonfumenten  erfaßt,  ohne  gu  fragen,  ob  folder  Vefitj  überhaupt
unb  wieoiel  baoon  oorhanben  ift.
Die  Verteibiger  inbirefter  Steuern  führen  bafür  an,  baf}  ber
Verbraucher  es  in  gewiffem  NZafje  in  ber  £anb  höbe,  gu  regulieren,
  ob  er  oiel  ober  wenig  Steuer  galjlen  wolle,  inbem  er  feinen
Verbrauch  einfhränfe.  Das  trifft  für  nicht  unbedingt  gum  ¿eben
notwenbige  Stoffe  gu,  unb  für  foldje  möchten  aud)  wir  bie  im
bireften  Steuern  nicht  abfdjaffen.  Nur  notwenbige  Lebensmittel
foil  man  nicht  gu  Steuerobjeften  machen,  wenn  auch  nicht  gu  oer=
            
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