Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

29

Über  ökonomische  Werte

bestens  ebenso  groß.  Das  hauptcharakteristische  ist,  daß
diese  Völker  in  ihren  Massenschichten  weniger  Bedürfnisse ­
  haben,  viele  Unternehmen,  die  in  Nordamerika ­
  zu  Aufschwung  und  Reichtum  führen,  stagnieren
im  Lüden,  weil  ihnen  der  Resonanzboden  des  Massenkonsums
  fehlt.  Nur,  wo  letzterer  im  Auslande  liegt,
wie  bei  Raffee,  Gummi,  Getreide,  Metallen  usw.  ist  von
einem  blühenden  Handel  und  von  solidem  materiellem
Wohlergehen  die  Rede.
Einem  Nordamerikaner,  der  einen  neuen  Pflug,
ein  neues,  bequemes  Stück  Möbel  konstruiert  hat,  eine
besonders  gute  Rasse  Geflügel  oder  eine  schöne  Blume
Züchtet,  strecken  sich  gleich  Tausende  von  Händen  entgegen, ­
  die  ein  Bedürfnis  nach  diesen  Dingen  empfinden, ­
  dem  Züdamerikaner  kaum  einige  wenige.  Lein
Unternehmen  stirbt  an  der  Gleichgültigkeit  der  Ronsumenten,
  und  dadurch  erstirbt  auch  er  wieder  dem
Üonsum.  Diese  Wechselwirkung  setzt  sich  durch  alle
Schichten  fort,  und  daher  der  Mangel  an  Aufschwung.
Der  einzelne  wird  eben  nicht  dadurch  konsumfähig, ­
  daß  er  etwas  produziert,  sondern
dadurch,  daß  ihm  andere  seine  Erzeugnisse
abzunehmen  gewillt  und  imstande  sind.
Also  an  der  Lpitze  aller  Entwickelung  steht  der  bedürfnisfähige ­
  und  bedürfnisheischende  Mensch.
Daraus  ergibt  sich,  daß  die  Hebung  der  Lebenshaltung, ­
  also  die  Erregung  von  Bedürfnissen,  der  wertbildende ­
  Faktor  an  sich  ist,  und  hier  tritt  deutlich,  abgesehen ­
  von  ihrem  ethischen  werte,  die  ungeheure,
nationalökonomische  Bedeutung  der  Runst  zutage,  die
bisher  meist  in  sehr  kurzsichtiger  weise  verkannt  worden ­
  ist,  weil  man  sie  in  kein  Wertsystem  einzureihen
vermochte.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.