Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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Arbeitsteilung  und  Kapitalbildung

ja,  sie  stehen  auch  ethisch  vollkommen  gleich,  sobald
das  Kapital  eben  kristallisierte  geistige  Arbeit  in
reinster  $om  darstellt.
Wenn  z.  B.  zwei  Gelehrte  eine  Erfindung  X  gemeinsam ­
  lösen,  so  gebührt  beiden  der  gleiche  Verdienst, ­
  der  nicht  geschmälert  wird,  wenn  der  eine  sich
erst  auf  dem  Umwege  einer  anderen  Erfindung,  die
wir  I)  nennen  wollen,  die  Mittel  verschafft,  um  seinem
freunde  die  Ausführung  von  X  zu  ermöglichen.
Eine  Erfindung,  die  nicht  zur  Ausführung  kommt,
existiert  volkswirtschaftlich  nicht,  sie  ist  gänzlich  wertlos, ­
  und  wenn  sie  nur  auf  einem  Umwege  erreicht
werden  kann,  so  ist  dieser  genau  so  wichtig  wie  sie
selbst.
hier  liegt  ein  einfacher  Akt  zweckmäßiger  Arbeitsteilung ­
  vor.  Das  Kapital  gibt  dem  Erfinder  die  Mittel
Zur  sofortigen  Nutzbarmachung  seiner  Erfindung,  es
leiht  ihm  gewissermaßen  die  Maschine,  und  als  Leihschein
dient  die  Aktie,  wenn  nun  jemand  durch  die  Umstände ­
  gezwungen  wird,  seinen  Aktienbesitz  zu  verkaufen, ­
  so  heißt  das  in  anderen  Worten,  daß  er  nicht
wehr  in  der  Lage  ist,  seine  Leistung  dem  Erfinder
gegenüber  zu  erfüllen,  er  will  seinen  Anteil  an  der
Waschine  zurückhaben,  was  natürlich  den  Betrieb  stören
würde.  Somit  tritt  durch  den  Verkauf  der  Aktie  ein
anderer  an  seine  Stelle,  und  dieser  leistet  durch
ihren  Ankauf  dem  Erfinder  genau  so  gut
einen  Dien  st  wie  jener,  der  ihm  zuerst  die
Wittel  zur  Ausnützung  seiner  Erfindung  zur
Verfügung  stellte.
Das  Verhältnis  der  Arbeit  zum  Kapital  bleibt
durch  diese  Übertragungen  ganz  unberührt,  und  der
Zweite  und  dritte  Besitzer  der  Aktie  beuten  sie  ebenso-
            
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