Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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4.  Kapitel

wenig  aus  wie  der  erste,  der  überhaupt  das  Unternehmen ­
  erst  in  der  modernen  Form  ermöglichte.

Aber  wie  schon  vorhin  erwähnt,  i'st  das  Bild
ein  anderes,  wenn  dieses  Kapital  nicht  aus  der  Arbeit
stammt,  sondern  aus  Gewalttaten  und  Rechten,  und
hier  hat  Sombart  unbedingt  recht,  wenn  er  den  größten ­
  Teil  des  modernen  Kapitals  als  historisch  aus  dem
Sammelbecken  der  Grundrente  entstehend  erklärt,  d.  h.
also  aus  durch  Macht  gefestigten  Rechten.
Gewiß  hat  es,  solange  es  Arbeitsteilung  gibt,  auch
Kapitalbildung  durch  Arbeit  gegeben,  aber  die  jeweiligen ­
  Machthaber  wußten,  in  direkter  wie  indirekter
Weise,  aus  diesen  (Huellen  durch  Ansichreißen  der  Grundrente ­
  so  wirkungsvoll  für  sich  zu  schöpfen,  daß  dauernde
Wertbildungen  nur  bei  ihnen  angetroffen  werden.
Venn  die  Kirche,  und  nicht  nur  die  Kirche,  sondern ­
  auch  das  allgemeine  Gefühl  bis  ins  hohe  Mittelalter ­
  hinein  den  Zins  als  etwas  Unberechtigtes  verurteilte, ­
  so  war  das  nur  konsequent'  denn  damals  war
die  Kapitalbildung  nur  zum  geringsten  Teil  kristallisierte ­
  Arbeit,-  bei  der  großen  Mehrzahl  der  Fälle
lag  ihr  Ursprung  in  Gewalt  und  Willkürakten  der
jeweiligen  Machthaber,  oder  sie  war  durch  Umgehung
der  von  eben  diesen  Machthabern  geschaffenen  Gesetze ­
  auf  Schleichwegen  entstanden-  wir  erinnern
nur  an  die  Rolle  des  Judentums  im  Mittelalter.  Somit ­
  haftete,  dem  Gefühl  nach,  dem  Kapital  stets  etwas
Unreines  an,  und  wenn  man  dann  diesem  selben  Kapital
auch  noch  das  Recht  zugestand,  Zinsen  zu  tragen,  so  hieß
das  gewissermaßen  einUnrecht  in  Permanenz  erklären.
Reben  dem  direkten  Raube  zieht  sich  nun  noch
durch  die  ganze  Geschichte  der  indirekte.  Da  werden
            
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