Wenn sich anderenteils die Arbeiter der politischen
Bewegung zuwenden, nachdem sie erkannt haben, dass die
ökonomischen Mittel allein nicht mehr ausreichen, um
ihnen den Sieg zu sichern, dann befinden sie sich der Pluto-
kratie der herrschenden Classe gegenüber, die alle Aemter
im Besitz hat, die mit allen Mandaten Schacher treibt
und alle Beschlüsse einem nur gar zu oft servilen und
corrumpierten parlamentarischen und administrativen Per
sonale inspiriert. Die Trusts regieren im Weissen Hause,
haben ihre Sitze in den Kammern, regeln nach ihrem
Vorteil die Zollgesetzgebung und entscheiden in letzter
Linie über die auswärtige Politik.
Aber so hassenswert auch ihre Tyrannei sein mag, wie
revoltierend auch die Missbrauche dieser capitalistischen
Concentration wirken mögen, man darf darüber doch nicht
vergessen, dass die grossen Monopole das Zustande
kommen einer neuen Gesellschaftsordnung vorbereiten und
erleichtern, indem sie die Productivkräfte centralisieren.
Ihre Entwickelung aufhalten zu wollen, das hiesse, die
Ausdehnung der Industrie selbst aufhalten; das Ziel, das
man erstreben muss, ist, ihre Vorteile zu socialisieren.
Ein americanischer Collectivist, Daniel de Léon, hat
das sehr gut mit folgenden Worten ausgedrückt: „Die
Leiter, auf der die Menschheit zur Civilisation emporge
stiegen ist, ist der Fortschritt der Arbeitsmethoden und
das immer vollkommener werdende Werkzeug (the ever
more powerful tool of production). Der Trust steht auf
der obersten Stufe der Leiter, um ihn fegen die Stürme
der modernen socialen Ordnung. Die capitalistischen
Classen möchten ihn zu ihrem eigenen ausschliesslichen
Nutzen erhalten. Der Mittelstand möchte ihn zertrümmern,
würde aber damit gleichzeitig den Fortschritt der Civili
sation aufhalten. Das Proletariat endlich will ihn erhalten
und zugleich verbessern und seine Vorteile allen zu gute
kommen lassen.“