Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

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Sklavenbevölkerung  von  Trinidad
im  Jahre  1798  .  .  .  11021  Sklaven,
„  „  1801  ...  15975  „
„  „  1802  ...  19709  „
Sein  Zuckerexport,  der  unter  der  schlechten  spanischen
Verwaltung  keine  Bedeutung  zu  erlangen  vermocht  hatte,
hattte  sich  bis  1805  eine  den  mittleren  britischen  Inseln  ebenbürtige ­
  Stellung  erkämpft  und  Barbados  bereits  überflügelt
(siehe  Southey  ill,  339).
Zuckerexporte  der  britischen  Inseln
im  Jahre  1805
Jamaika  .  .  .  120  000  hgd.
St.  Vincent.  .  17  200  „
Tobago  .  .  .  15327  „
Grenada.  .  .  14000  „
Trinidad.  .  12000  „
Barbadoes  .  .  9  000  „
Während  von  den  älteren  Inseln  keine  erhebliche  Steigerung ­
  ihrer  Produktion  mehr  in  Aussicht  stand,  „war  auf
Trinidad  eine  jähe  Betätigung  des  englischen  Unternehmungsgeistes ­
  zu  erwarten“  (Brougham  IV,  S.  424).  „The  whole
history  of  our  sugar  islands,  but  still  more  the  eagerness,
with  which  British  capital  was  poured  into  the  Dutch  colonies
during  the  late  war,  might  convince  us  of  what  we  have  to
expect,  should  any  means  be  adopted  for  opening  a  passage
for  negroes  to  the  rich  and  virgin  soil  of  Trinidad  !“  (ebendaselbst). ­
  „In  a  very  short  time  the  few  white  inhabitants  of
the  island  will  be  surrounded  with  multitudes  of  .  .  .  negroes,
far  more  suddenly  collected  and  probably  in  greater  numbers,
than  the  slaves  who  cultivate  the  most  populous  of  our  ancient
possessions“  (ebendort).  Genau  dieselbe  Gefahr  drohte  von
seiten  der  blühenden,  zukunftsreichen  holländischen  Guyanakolonien, ­
  die  sich  1804  freiwillig  unter  britischen  Schutz  gestellt ­
  hatten.  —
Dieser  Entwicklung  waren  die  älteren  britischen  Pflanzer
wehrlos  preisgegeben,  wenn  es  ihnen  nicht  gelang,  die  Negerimporte ­
  auf  irgend  eine  Weise  zu  hintertreiben.
Im  Jahre  1802  kam  es,  wie  bereits  öfters  erwähnt,  im
englischen  Parlament  zu  Diskussionen  darüber.  Der  Unterstaatssekretär ­
  Canning  berechnete,  dais  zur  Kultivierung
Trinidads  gegen  250000  Sklaven  notwendig  seien,  und  schilderte
die  Gefahren,  die  mit  einer  uneingeschränkten  Einfuhr  derselben ­
  verbunden  wären  (Pariiam.  Debates,  1802,  auch  Polit.
Journal,  Jahrg.  1802,  Stück  IV,  S.  380).  Die  Regierung  hatte
ein  Einsehen  mit  der  schwierigen  Lage  der  älteren  Inseln.
            
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